Was ist die extrakorporale Stoßwellentherapie?
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) leitet akustische Druckimpulse von außen durch die Haut ins Gewebe. Muskuloskelettale Studien prüfen, ob diese Impulse Schmerz und Funktion bei einem klar umrissenen Beschwerdebild verbessern.
Zur Evidenz gehören sehnenbezogene Diagnosen wie das chronische Trochanter-major-Schmerzsyndrom (GTPS, Schmerzen an der seitlichen Hüfte) und davon getrennte myofasziale Studien zum oberen Trapezius, zum Quadratus lumborum (QL) und zum Piriformis-Syndrom. Behandlungsziel und Vergleichsgruppe unterscheiden sich zwischen diesen Studien.
Messen Sie, ob die Behandlung eine bestimmte schmerzhafte Tätigkeit erleichtert – zusammen mit dem Rehabilitationsprogramm.
Fokussierte Geräte bündeln die Energie in einer gewählten Region; radiale Druckwellen breiten sich vom Applikator her aus. Anatomie, Geräteeigenschaften und die Evidenz zum jeweiligen Beschwerdebild bestimmen die Wahl. Bei den hier besprochenen Beschwerden ist die Stoßwellentherapie in Deutschland in der Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen; klären Sie die Kosten vorab.
Formen der Stoßwellentherapie
Fokussierte ESWT (fESWT)
- • Erzeugung elektromagnetisch, elektrohydraulisch oder piezoelektrisch
- • Fokuszone und Energieverteilung hängen von Gerät und Applikator ab
- • Die Zieltiefe ergibt sich aus der Anatomie und, falls nötig, aus der Bildgebung
- • Eine Studie zum chronischen GTPS behandelte die Ansätze der Glutealsehnen unter Ultraschallortung
- • Evidenz zu einer Sehnendiagnose belegt nicht die Behandlung eines einzelnen Punktes im Muskel
Anwendung: Ein untersuchtes Ziel, das zu einem Protokoll für fokussierte Geräte passt
Radiale Druckwelle (rPWT / rESWT)
- • Die Druckwellen breiten sich vom Applikator aus, der auf der Haut aufliegt
- • Form und Einstellungen des Applikators bestimmen mit, welche Region erreicht wird
- • Radiale Studien umfassen Schmerzen im oberen Trapezius und ein untersuchtes Piriformis-Syndrom
- • Radiale und fokussierte Einstellungen lassen sich nicht gegeneinander austauschen
- • Die klinische Auswahl hängt von Diagnose, Anatomie und der passenden Studie ab
Anwendung: Ein Beschwerdebild, das mit dem gewählten radialen Protokoll untersucht wurde
Vermutete Wirkmechanismen
Zell- und Tierstudien beschreiben mögliche Effekte auf Signalwege und Blutgefäße. Klinische Studien zu myofaszialen Schmerzen erfassen vor allem Schmerz, Druckempfindlichkeit und Funktion; dass eine strukturelle Reparatur die Besserung verursacht, belegen sie nicht.
Mechanotransduktion
Örtliche Schmerzempfindlichkeit
Gefäßreaktionen im Tierversuch
Stickstoffmonoxid und Gefäßsignale
Schmerzmodulierende Effekte
Klinische Endpunkte
Ansprechen über eine Behandlungsserie
Klinisches Ziel
Diagnose und Gewebebereich sind benannt, bevor das Gerät ausgewählt wird.
Angewandtes Protokoll
Gerät, Energie, Impulszahl, Frequenz und Zahl der Termine werden dokumentiert.
Ansprechen im Alltag
Dieselbe Bewegung oder Aufgabe wird wiederholt, um einen spürbaren Nutzen zu beurteilen.
Nachkontrolle
Schmerz und Funktion werden in einem vereinbarten Abstand nach der Serie überprüft.
Untersuchte Parameter und Dosiswahl
Energieflussdichte
Impulsanzahl
Impulsfrequenz
Anzahl der Sitzungen
Abstand zwischen den Sitzungen
Sitzungsdauer
Betäubung
Klinische Evidenz
Hong et al. (2017) – Quadratus lumborum; PMID 28971042
Eftekharsadat et al. (2020) – QL; PMID 33076888
Şenlikci et al. (2025) – oberer Trapezius; PMID 41042302
Dede et al. (2026) – Piriformis-Syndrom; PMID 42291383
Ramon et al. (2020) – chronisches GTPS; PMID 32769596
Song et al. (2024) – craniomandibuläre Dysfunktion (CMD); PMID 38685720
Schmerzlinderung
Druckschmerzschwelle
Beweglichkeit
Die Behandlungssitzung
Untersuchung und Wahl des Ziels
Kontaktgel auftragen
Applikator ausrichten
Protokoll und Verträglichkeit
Behandlung mit Rückmeldung
Bewegung und Übungen
Hinweise für den Alltag
Wann eine Stoßwellentherapie infrage kommen kann
Untersuchte myofasziale Schmerzen
Wunsch, Nadeln zu vermeiden
Untersuchte myofasziale Schmerzen im oberen Trapezius
Anhaltende Schmerzen der Glutealsehnen / GTPS
Mischbilder aus myofaszialen Schmerzen und Tendinopathie
Ein klares Rehabilitationsziel
Kontraindikationen und Nebenwirkungen
ISMST-Empfehlungen zu Anwendungsgebieten und Kontraindikationen (Englisch)
Wann nicht behandelt werden darf
Abklärung vor der Behandlung
Nebenwirkungen
Studien berichten über örtliche Schmerzen, Rötungen und Blutergüsse. Wie häufig seltene Komplikationen sind, lässt sich aus kleinen Wirksamkeitsstudien nicht genau bestimmen. Welche Vorsichtsmaßnahmen gelten, hängt von Gerät und anatomischem Feld ab.
Vorübergehende Hautrötung
Leichte Schwellung
Petechien oder kleine oberflächliche Blutergüsse
Schmerzen während der Behandlung
Nachschmerz
ESWT im Vergleich zu anderen Verfahren
vs. Dry Needling
vs. Therapeutischer Ultraschall
vs. TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation)
vs. Manuelle Therapie
Behandlung und Nachuntersuchung
3 Sitzungen
Alltag
2–6 Monate
Die Stoßwellentherapie ist eine Option bei bestimmten, untersuchten Beschwerdebildern – darunter das chronische GTPS und ausgewählte myofasziale Schmerzbilder.
Fokussierte und radiale Geräte erzeugen unterschiedliche Druckfelder; Einstellungen und Indikationen sollten zur vorhandenen Evidenz passen.
In einer scheinkontrollierten Studie verbesserten drei wöchentliche fokussierte Sitzungen plus Übungen die Ergebnisse beim chronischen GTPS.
Die Studien zu oberem Trapezius, Quadratus lumborum, Piriformis und Kiefer unterscheiden sich in Vergleichsgruppen und Nachbeobachtungszeit.
Ob weitere Sitzungen sinnvoll sind, zeigen der Schmerz bei einer ausgewählten Tätigkeit und die Funktion im Alltag.
Für hochenergetische fokussierte Behandlungen gelten eigene Kontraindikationen – anatomische ebenso wie solche, die das Blutungsrisiko betreffen.