Selbsthilfe und Aktivität
Drückbelastung und Bewegungstiefe vorübergehend reduzieren[1]
Wann erwägen. Abgeklärter Brustwandschmerz ohne Zeichen eines akuten Sehnenrisses.
Eine gut verträgliche Drückbewegung mit geringerer Tiefe wählen oder bei Alltagstätigkeiten leichter drücken. Schweres Bankdrücken nicht immer wieder als Belastungsprobe einsetzen.
- Dosierung und Überprüfung
- Die Anpassung bei der auslösenden Tätigkeit ausprobieren. Vor der Fortsetzung prüfen, wie sie Schmerz und Belastbarkeit bei dieser Tätigkeit verändert.
- Steigerung
- Zuerst den Bewegungsumfang, anschließend Widerstand und Gesamtumfang der Belastung wieder steigern.
- Abbrechen oder erneut beurteilen
- Bei anhaltender Beschwerdezunahme die Belastung verringern. Neue ausgeprägte Schwäche, Taubheit oder stechender Verletzungsschmerz erfordern eine erneute Untersuchung.
- Evidenz und Grenzen
- Die Quellen dienen der anatomischen Orientierung oder der Behandlung dieser Körperregion. Die hier beschriebene Aktivität und ihr Einstiegsumfang sind klinische Anpassungen. Eine Wirksamkeit für diesen Muskel allein ist durch die Quellen nicht belegt.
Übungen und Rehabilitation
Unterstützte Drückübung schrittweise steigern[1]
Wann erwägen. Erhaltene Brustmuskelfunktion nach entsprechender Untersuchung.
Zunächst die Handflächen sanft gegeneinanderdrücken oder eine kurze Drückbewegung gegen die Wand ausführen. Die Kraft gleichmäßig einsetzen und normal weiteratmen.
- Dosierung und Überprüfung
- Als Einstieg ist beispielsweise ein Satz mit 5–8 gut verträglichen Wiederholungen an jedem zweiten Tag möglich. Den Umfang an der Reizbarkeit der Beschwerden und der Reaktion am Folgetag ausrichten.
- Steigerung
- Bei stabiler Reaktion am Folgetag zu Liegestützbewegungen mit erhöhten Händen und danach zur ursprünglichen Übung übergehen.
- Abbrechen oder erneut beurteilen
- Bei anhaltender Beschwerdezunahme die Belastung verringern. Neue ausgeprägte Schwäche, Taubheit oder stechender Verletzungsschmerz erfordern eine erneute Untersuchung.
- Evidenz und Grenzen
- Die Quellen dienen der anatomischen Orientierung oder der Behandlung dieser Körperregion. Die hier beschriebene Aktivität und ihr Einstiegsumfang sind klinische Anpassungen. Eine Wirksamkeit für diesen Muskel allein ist durch die Quellen nicht belegt.
Behandlung durch Fachpersonal
Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels bei ausgewählten myofaszialen Brustschmerzen[5]
Wann erwägen. Anhaltender, umschriebener myofaszialer Schmerz im Brustmuskel, nachdem Herzursachen und andere relevante Erkrankungen im Brustbereich angemessen ausgeschlossen wurden.
Mit der Ärztin oder dem Arzt eine gezielte Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels und einen gut verträglichen Bewegungsplan besprechen. Vor der ärztlichen Injektion werden der tatsächlich druckempfindliche Muskel und benachbarte Brustwandstrukturen bestimmt. Je nach Anatomie und Tiefe kommt Ultraschall zur Orientierung infrage.
- Dosierung und Überprüfung
- Ein begrenzter Behandlungsversuch mit vereinbarter Nachkontrolle. Keine Selbstinjektion und keine automatische Wiederholung einer Behandlungsserie.
- Steigerung
- Nach etwa einem Monat Schmerz sowie alltagsrelevantes Drücken und Greifen erneut prüfen. Im weiteren Verlauf beurteilen, ob der Nutzen bis ungefähr drei Monate anhält.
- Abbrechen oder erneut beurteilen
- Neue Brustschmerzen oder Atemnot nach dem Eingriff erfordern dringliche medizinische Abklärung. Bleibt die Behandlung erfolglos, erneut untersuchen statt den Eingriff einfach zu wiederholen.
- Evidenz und Grenzen
- Eine Studie mit 50 Personen fand nach einem und drei Monaten eine stärkere Schmerzlinderung durch Lidocaininjektionen in den Brustmuskel zusammen mit Dehnübungen als durch Dehnübungen allein. Beim allgemeinen Gesundheitszustand zeigte sich kein Vorteil zwischen den Gruppen. Eine Scheinbehandlung gab es nicht; die Studie untersuchte auch nicht jeden Brustmuskelanteil gesondert.