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Atlas · Mittlerer Rücken

Multifidus

Der Multifidus umfasst tiefe Muskeln dicht an den Wirbeln. Er trägt dazu bei, Bewegungen der Wirbelsäule zu kontrollieren. Schmerzen nahe der Wirbelsäule bedeuten nicht, dass dieser Muskel geschädigt oder abgeschaltet ist oder die Wirbelsäule instabil macht. Eine hilfreiche Untersuchung berücksichtigt den gesamten Rücken, bei Bedarf die Nervenfunktion und die Bewegungen, die Sie wieder ausführen möchten.

Multifidus
Körperregion
Mittlerer Rücken · Unterer Rücken
Triggerpunkte
6
in diesem Muskel dokumentiert
Häufige Beschwerden
4
erfasste Muster
Häufige Ursachen
4
begünstigende Faktoren

Überblick über den Muskel

Beschwerden und erste Schritte

Praktische erste Schritte

  • Bleiben Sie im Alltag innerhalb eines gut machbaren Umfangs in Bewegung.
  • Üben Sie eine leichtere Variante der schwierigen Tätigkeit und atmen Sie dabei normal weiter.
  • Spannen Sie den Rumpf nicht immer wieder über den ganzen Tag kräftig an. Versuchen Sie auch nicht, mit starkem Druck eine tiefe Stelle an der Wirbelsäule zu erreichen.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

  • Neue Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle, veränderte Sexualfunktion oder Taubheit im Sattel- oder Dammbereich brauchen sofortige notfallmedizinische Abklärung. Dasselbe gilt für rasch fortschreitende Beinschwäche mit Rücken- oder Beinschmerzen. Diese Warnzeichen müssen nicht gleichzeitig auftreten.
  • Bei neuen Brustschmerzen, Atemnot, drohender Ohnmacht oder starken Bauchschmerzen zusammen mit Rückenschmerzen ist eine dringende ärztliche Untersuchung erforderlich. Auch durch Druck reproduzierbare Schmerzen ändern daran nichts.
  • Lassen Sie Beschwerden nach einer erheblichen Verletzung sowie Fieber, ungeklärten Gewichtsverlust, eine Krebsanamnese, anhaltende nächtliche Schmerzen oder neue neurologische Symptome zeitnah abklären. Warten Sie nicht erst eine Muskelbehandlung ab.

Durch Tasten lässt sich die Anspannung des Multifidus nur begrenzt einschätzen. Vergleichen Sie diesen Eindruck mit Bewegung und Belastbarkeit. Eine Instabilität der Wirbelsäule erfordert eine eigene klinische Beurteilung.

Untersuchung, Palpation und Behandlungsevidenz

Illustrierte Übersicht

Multifidus

Blau hebt den Muskel hervor. Die Kreuze zeigen beispielhafte Triggerpunktstellen; die schattierten Bereiche kennzeichnen mögliche übertragene Schmerzen. Diese Beispiele entsprechen nicht jeweils einem der unten nummerierten Punkte. Die Muster können variieren und erlauben keine Diagnose der Schmerzursache.

Die Beschriftung der Abbildung ist auf Englisch.

Triggerpunkte

1. TrP1 (Thorakal)

Lage. Tief entlang der thorakalen Wirbelsäule

Triggerpunktkarte · Karte der Schmerzausstrahlung
Multifidus — Triggerpunktkarte · Karte der SchmerzausstrahlungBild in voller Größe öffnen

Regionale Muskelabbildung; keine individuelle Darstellung des ausgewählten nummerierten Triggerpunkts.

Schmerzausstrahlung. Tiefer Schmerz im mittleren Rücken

Schmerzmuster

  • Tiefer mittlerer Rücken
  • Entlang einzelner Wirbelsäulensegmente

Wie sich dieser Schmerz anfühlt

Schmerzen nahe der Mittellinie können mehrere Gewebe betreffen. Ein tief empfundener Schmerz identifiziert nicht den tiefsten Muskel. Beim Umdrehen im Liegen, Aufstehen vom Stuhl oder Aufrichten aus der Vorbeuge kann die Bewegung zögerlich oder schmerzhaft sein.

Das berichten Betroffene

  • Tiefer Schmerz in der Wirbelsäule
  • Lokalisierte Druckempfindlichkeit der Wirbelsäule
  • Steifheit bei Bewegung

Was den Schmerz verschlimmert

  • Streckung der Wirbelsäule
  • Rotation
  • Langes Sitzen
Passende Übungen ansehen (22)

Beschwerden, die Betroffene berichten

Örtliche Schmerzen neben der Wirbelsäule Schmerzen nahe der Mittellinie können mehrere Gewebe betreffen. Ein tief empfundener Schmerz identifiziert nicht den tiefsten Muskel.

Vorsichtige Positionswechsel mit Schutzspannung Beim Umdrehen im Liegen, Aufstehen vom Stuhl oder Aufrichten aus der Vorbeuge kann die Bewegung zögerlich oder schmerzhaft sein.

Geringere Ausdauer des Rumpfes Eine Tätigkeit kann bereits schwerfallen, bevor sich bei einem bestimmten Muskel eine Schwäche feststellen lässt.

Angst vor Stocken oder Nachgeben Nehmen Sie dieses Gefühl ernst. Es ist dennoch von einer nachgewiesenen strukturellen Instabilität zu unterscheiden.

Häufige Ursachen

Eine frühere Schmerzphase Nach Rückenschmerzen können sich Bewegungsstrategien und Aktivitätsniveau verändern. Das beweist keinen bleibenden Muskelschaden.

Weniger Übung bei gewohnten Tätigkeiten Nach einer weniger aktiven Zeit kann die Belastbarkeit sinken. Ein schrittweiser Übungsaufbau kann dann sinnvoll sein.

Neue oder anhaltende Rumpfbelastungen Betrachten Sie das Heben, Drehen, Sporttreiben und Arbeiten der letzten Zeit im Zusammenhang mit dem Beginn der Beschwerden.

Schmerzbedingte Sorge vor Bewegung Bewegungsangst kann das Üben einschränken. Klare Ziele und verträgliche Steigerungen können helfen.

Für Fachpersonal und angeleitete Ausbildung

Klinische Referenz

Ein tiefer Schmerz oder Stocken nahe der Wirbelsäule ist zunächst ein regionaler Befund. Ordnen Sie ihn anhand von Bewegung und neurologischer Untersuchung ein.

Anatomie und Palpation

Anatomische Beziehungen

Der Multifidus gehört zur transversospinalen Muskelgruppe. Seine Faserbündel verbinden hintere Wirbelelemente über mehrere Ebenen. Der kräftige Lendenanteil liegt nahe den Dornfortsätzen unter der Faszienhülle der wirbelsäulennahen Muskulatur.[1]

  • Dornfortsätze, Kreuzbein und hintere obere Darmbeinstacheln dienen als oberflächliche Orientierungspunkte.
  • Unmittelbar seitlich der Mittellinie im unteren Lendenbereich überlagern sich Anteile des Multifidus und benachbarte wirbelsäulennahe Gewebe.

Benachbarte Strukturen. Wirbelbogenplatten, Facettengelenke, hintere Nervenäste und die darüberliegende Faszie befinden sich in der Nähe. Mit oberflächlichem Kontakt lässt sich kein einzelnes tiefes Faserbündel gezielt erreichen.

Palpation

Position der untersuchten Person. Die Untersuchung erfolgt in Bauchlage mit Bauchunterstützung nach Bedarf. Für eine angenehme Untersuchung der Druckempfindlichkeit kommt auch Seitenlage infrage.

Anatomische Orientierungspunkte finden

  • Zunächst werden Kreuzbein, hintere obere Darmbeinstacheln und die lumbale Mittellinie aufgesucht.
  • Leicht getastet wird unmittelbar seitlich des Bereichs zwischen den unteren lumbalen Dornfortsätzen. Die Höhenzuordnung von der Oberfläche aus bleibt ungefähr.

Untersuchungsablauf

  1. Die Fachperson vergleicht zunächst mit leichtem Kontakt die regionale Druckempfindlichkeit im entspannten Zustand.
  2. Wenn es passend ist, bleibt der Kontakt sanft bestehen, während Sie den Arm der Gegenseite etwas anheben. Die untersuchende Fachperson achtet auf eine Änderung der Festigkeit neben der Wirbelsäule.
  3. Seite, ungefähre Höhe, vertrauter Schmerz und wahrgenommene Anspannung werden festgehalten. Dies ist eine regionale Beobachtung. Sie bestätigt nicht, dass ein tiefer Muskel oder eine einzelne Wirbelebene isoliert wurde.

Befunde dokumentieren

  • Vertrauter Schmerz bei Kontakt oder Bewegung kann helfen, einen verträglichen Einstieg in die Rehabilitation auszuwählen.
  • Eine weniger deutlich tastbare Anspannung kann mit Schmerz, Anstrengung, Anatomie oder der Wahrnehmung der untersuchenden Fachperson zusammenhängen. Sie bedeutet nicht zwangsläufig Muskelschwund oder gehemmte Aktivierung.

Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Drücken Sie nicht in Richtung einer Wirbelbogenplatte, um einen tieferen Knoten zu suchen.
  • Vorgaben nach einer Operation, erhöhte Knochenbrüchigkeit und Warnzeichen haben Vorrang vor einer Muskelprüfung.
  • Weder Tasten noch eine Muskelaufnahme allein diagnostiziert eine schmerzhafte Instabilität der Wirbelsäule.
[1][4]

Untersuchung und Tests

2

Bewegungsprüfung der Wirbelsäulenregion und ihrer Beschwerden[2][3]

Wiederholbare Bewegungseinschränkungen erfassen und prüfen, ob ein regionales Wirbelsäulen- oder Nervenmuster weitere Abklärung erfordert.

Position
Sie stehen nahe einer Abstützmöglichkeit. Drehen im Sitzen kann geringere Anforderungen an das Gleichgewicht stellen. Die Vorgeschichte bestimmt, ob Brust- oder Lendenregion untersucht wird.
Durchführung
Notieren Sie zunächst die ursprüngliche Schmerzstelle. Es folgen angenehmes Vorbeugen, Aufrichten, Rückwärtsbeugen und Seitneigen; bei Bedarf wird der Rumpf im Sitzen gedreht. Beginnen Sie mit einer langsamen Bewegung und wiederholen Sie nur, was verträglich bleibt. Dokumentiert werden Bewegungsumfang, vertrauter Schmerz und eine Ausbreitung oder ein Rückzug der Symptome. Bei Beinbeschwerden kommt eine fachlich durchgeführte neurologische Untersuchung hinzu.
Positiver Befund
Ein wiederholt nachvollziehbares vertrautes Symptom, eine Einschränkung oder eine Änderung der Symptomverteilung wird dokumentiert. Für einen positiven Triggerpunktbefund am Erector spinae oder Multifidus gibt es keinen diagnostischen Grenzwert.
Einordnung
Die Reaktion dient dazu, verträgliche Bewegung und einen Ausgangsbefund festzulegen. Bei anhaltender Ausbreitung in weiter entfernte Körperbereiche oder neurologischer Veränderung muss die vorläufige Diagnose überprüft werden.
Grenzen
Die Prüfung erfasst regionale Einschränkungen und isoliert kein Gewebe. Schmerz beim Rückwärtsbeugen oder ein Stocken beweist weder eine Facetten- oder Bandscheibenerkrankung noch Instabilität. Die angeführte Behandlungsleitlinie validiert diesen konkreten Ablauf nicht.

Multifidus-Test mit Armheben: begrenzte Beurteilung der Anspannung[4][1]

Die Anspannungsreaktion neben der unteren Lendenwirbelsäule während eines kleinen Armhebens auf der Gegenseite beobachten.

Position
Sie liegen auf dem Bauch; die Lendenregion ist bequem unterstützt. Die Schultern sind ungefähr 120 Grad nach vorn gebeugt, die Ellenbogen etwa 90 Grad angewinkelt. Die untersuchende Fachperson legt die Fingerspitzen seitlich neben den Zwischenraum der Dornfortsätze L4–L5 oder L5–S1.
Durchführung
Der Rumpf bleibt unterstützt. Sie heben den Arm der Gegenseite ungefähr 5 cm von der Liege, ohne übermäßige Anstrengung oder Verdrehen. Verglichen wird die tastbare Festigkeit in Ruhe und beim Heben, danach zwischen den Seiten. Vertrauter Schmerz wird getrennt vom Anspannungseindruck dokumentiert. Beschrieben ist die Beobachtung ohne Zusatzlast. Eine veränderte Armposition oder zusätzlicher Widerstand muss als Anpassung vermerkt werden.
Positiver Befund
Im ursprünglichen Testkonzept gilt eine schlecht wahrnehmbare oder seitlich unterschiedliche Anspannung als auffällige Beobachtung. Vertrauter Schmerz wird gesondert erfasst.
Einordnung
Der Test kann eine regionale Beurteilung der Bewegungskontrolle ergänzen und bei der Wahl einer verträglichen Anfangsübung helfen. Allein bestimmt er die Schmerzursache nicht.
Grenzen
Die veröffentlichte Studie zur Übereinstimmung mit einer gleichzeitig erhobenen Vergleichsmessung untersuchte ausgewählte Menschen mit Kreuzschmerzen. Unter anderem waren Radikulopathie und frühere Operationen ausgeschlossen. Tasten isoliert keine tiefen Faserbündel und weist weder Triggerpunkte noch Instabilität nach. Es zeigt auch nicht, ob eine bestimmte Behandlung wirken wird.

Andere Ursachen unterscheiden

Beteiligung einer Nervenwurzel an der Wirbelsäule[3]

Relevante Befunde. Beinschmerzen mit wiederholt nachvollziehbarem Nervenverlauf, veränderter Empfindung, Reflexveränderung oder objektiver Schwäche müssen neurologisch untersucht werden. Druckschmerz neben der Wirbelsäule kann zusätzlich vorhanden sein.

Nächster Schritt. Kraft, Gefühl und Reflexe werden zusammen mit geeigneten neurodynamischen Prüfungen untersucht. Fortschreitende Schwäche oder Symptome eines Cauda-equina-Syndroms erfordern eine dringende weiterführende Abklärung.

Fraktur, Infektion, bösartige Erkrankung oder entzündliche Wirbelsäulenerkrankung[3]

Relevante Befunde. Verletzung, Knochenbrüchigkeit, Fieber, eine relevante Krebsvorgeschichte, allgemeine Krankheitszeichen oder anhaltende entzündliche Beschwerden lenken die Untersuchung anders. Druckempfindliche Muskulatur schließt diese Ursachen nicht aus.

Nächster Schritt. Die Vorgeschichte und ärztliche Untersuchung bestimmen, wie dringlich und mit welchen gezielten Verfahren weiter abgeklärt wird. Unkomplizierter, muskulär wirkender Schmerz erfordert keine routinemäßige Bildgebung.

Regionale Wirbelsäulen- oder Hüftschmerzen mit sekundärer Schutzspannung[3][2]

Relevante Befunde. Eingeschränkte Hüftbewegung, Schmerzen bei Bewegung der Rückenregion oder wechselnde Gesäß- und Beinsymptome können mehr aussagen als die empfindlichste Stelle.

Nächster Schritt. Die betroffene Hüfte und der entsprechende Wirbelsäulenabschnitt werden untersucht. Wenn schrittweise angepasste Behandlung die ausgewählte Aufgabe nicht erleichtert, wird die vorläufige Diagnose erneut betrachtet.

Behandlung auswählen und anpassen

Behandlung durch Fachpersonal

Dry Needling (trockene Nadelbehandlung) zur kurzfristigen Ergänzung bei chronischen Kreuzschmerzen[2]

Wann erwägen. Nach Untersuchung eingeordnete chronische Kreuzschmerzen, wenn vorübergehende Linderung Bewegung und Übungen unterstützen könnte.

Eine ausgebildete und dazu befugte Fachperson wählt nach regionaler und neurologischer Untersuchung einen muskulären Zielbereich an der Lendenwirbelsäule. Dry Needling wird mit aktiver Versorgung kombiniert. Oberflächliche Druckempfindlichkeit bestimmt nicht, wo eine Nadel tief platziert wird.

Dosierung und Überprüfung
Ein zeitlich begrenzter, individuell abgestimmter Behandlungsversuch. Die Leitlinie gibt weder eine muskelspezifische Dosis noch einen verpflichtenden Behandlungszyklus vor.
Steigerung
Vergleichen Sie über Tage bis Wochen Gehen, Positionswechsel und Tragen. Bringt eine veränderte Druckempfindlichkeit keinen nützlichen Gewinn im Alltag, wird die Behandlung beendet.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Neue Beinschwäche, Taubheit, Infektionszeichen oder anhaltende Verschlechterung sind Gründe, zu stoppen und erneut zu untersuchen.
Evidenz und Grenzen
Die Kreuzschmerzleitlinie von 2021 erlaubt, Dry Needling zusammen mit anderen Behandlungen zur kurzfristigen Linderung von Schmerz und Funktionseinschränkungen zu erwägen. Die Evidenz betrifft die Region. Sie zeigt nicht, dass eine isolierte Multifidus-Behandlung die Muskelaktivierung wiederherstellt oder einen dauerhaften Nutzen erzielt.

Selbsthilfe und Aktivität

Gehen und Bewegung im Alltag schrittweise ausbauen[2][3]

Wann erwägen. Bewegungsabhängige Rückenbeschwerden, nachdem andere medizinische Ursachen berücksichtigt wurden. Dies ist besonders relevant, wenn weniger Aktivität zunehmend hinderlich wird.

Wählen Sie einen ebenen Weg oder eine andere angenehme Ausdaueraktivität. Wechseln Sie beim Sitzen oder Stehen kurz die Position. Eine bequeme abgestützte Haltung ist erlaubt; keine einzelne Haltung muss den ganzen Tag durchgehalten werden.

Dosierung und Überprüfung
Fachlich anzupassendes Beispiel: ein- oder zweimal täglich 5–10 Minuten gehen oder mit einer kürzeren Dauer unterhalb der aktuellen Beschwerdeschwelle beginnen. Das ist ein allgemeines Rehabilitationsbeispiel und keine validierte Dosis für einen bestimmten Muskel.
Steigerung
Steigern Sie jeweils einen Aspekt, etwa Gehzeit oder Häufigkeit, sobald der aktuelle Umfang gut gelingt und die Alltagsfunktion am nächsten Tag stabil ist. Bei einer Schmerzphase sollen nützliche Tätigkeiten in angepasster Form möglich bleiben.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Neue Schwäche, sich ausbreitende Taubheit, Veränderungen der Blasen- oder Darmfunktion oder Brustsymptome erfordern Abbruch und Untersuchung. Das gilt auch für zunehmenden Schmerz, der sich trotz reduzierter Aktivität nicht beruhigt.
Evidenz und Grenzen
Kreuzschmerzleitlinien unterstützen Aktivbleiben und Ausdauerbewegung. Das genaue Gehintervall und dessen Nutzung bei thorakalen Muskelschmerzen sind Übertragungen. Eine Symptomlinderung beweist nicht, dass Triggerpunkte deaktiviert wurden.

Übungen und Rehabilitation

Arm- und Beinbewegungen im Vierfüßlerstand aufbauen[2]

Wann erwägen. Für Menschen, die sich bequem auf Hände und Knie stützen können und ihre Rumpfkontrolle verbessern möchten.

Schieben Sie zunächst eine Hand oder einen Fuß bei normaler Atmung über die Unterlage. Wenn es gut gelingt, heben Sie erst einen Arm oder ein Bein an. Später folgen ein Arm und das gegenüberliegende Bein zusammen. Bleiben Sie in einem kleinen kontrollierbaren Bereich, ohne die Luft starr anzuhalten.

Dosierung und Überprüfung
Fachlich anzupassendes Beispiel: 1–2 Sätze mit 5 Wiederholungen je Seite und einer angenehmen Haltezeit von 3–5 Sekunden, an 3 Tagen pro Woche. Diese allgemeine Dosis zur Bewegungskontrolle ist keine validierte Verordnung allein für den Multifidus.
Steigerung
Vergrößern Sie nacheinander Reichweite, Wiederholungszahl oder Haltezeit. Verbinden Sie die Übung anschließend mit Stehen und Heben. Eine Übung muss den Multifidus nicht isolieren, um nützlich zu sein.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Stoppen Sie bei zunehmendem Ausstrahlungsschmerz, neuer Taubheit oder Schwäche oder einem stechenden unvertrauten Rückenschmerz. Bei übermäßiger Anstrengung verkürzen Sie den Hebel oder wählen eine abgestützte Alternative.
Evidenz und Grenzen
Gezielte Rumpfaktivierung und Übungen zur Bewegungskontrolle sind Möglichkeiten innerhalb von Kreuzschmerzleitlinien. Daraus lässt sich weder eine selektive Wiederherstellung des Muskels noch die Korrektur einer Instabilität ableiten.

Übungen und Rehabilitation

Schwierige Positionswechsel oder Trageaufgaben üben[2][3]

Wann erwägen. Stocken, Sorge oder geringere Belastbarkeit bei einer bestimmten Alltagstätigkeit, nachdem die Region untersucht wurde.

Bei schmerzhaftem Aufstehen beginnen Sie auf einem höheren Stuhl und stützen sich bei Bedarf mit den Händen ab. Beim Tragen wählen Sie zunächst einen leichten Gegenstand und eine kurze ebene Strecke. Lassen Sie angenehme Rumpfbewegung zu und atmen Sie normal.

Dosierung und Überprüfung
Fachlich anzupassendes Beispiel: 2 Sätze mit 5-mal Aufstehen vom Stuhl oder 3 kurze Trageabschnitte von 20–30 Sekunden, 2–3-mal wöchentlich. Das sind Beispiele für Aufgabenübungen und kein Nachweis einer muskelspezifischen Therapiedosis.
Steigerung
Wenn die bisherige Aufgabe ohne anhaltende Schmerzverstärkung gelingt, reduzieren Sie die Hilfe, senken die Sitzhöhe oder erhöhen das Tragegewicht schrittweise. Wählen Sie nur die für Sie passende Steigerung.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Neue neurologische Symptome, wiederholter Funktionsverlust oder stärkere Schmerzen trotz einer leichteren Aufgabe müssen erneut beurteilt werden. Bei vermuteter akuter struktureller Verletzung darf die Belastung nicht weiter gesteigert werden.
Evidenz und Grenzen
Allgemeine Kraft- und Ausdauerübungen sowie Aufklärung zum aktiven Umgang mit Beschwerden sind in der Rückenrehabilitation gestützt. Die konkrete Aufgabendosis ist übertragen. Es werden weder eine Rückfallquote noch ein fester Erholungstermin zugesagt.

Behandlung durch Fachpersonal

Regionale Massage bei chronischen Kreuzschmerzen[5]

Wann erwägen. Nach Untersuchung eingeordnete unspezifische chronische Kreuzschmerzen mit einer festgehaltenen Geh-, Beuge- oder Aufsteheinschränkung. Die Studien betreffen die Region, keine isolierte Muskeldiagnose.

In angenehmer Bauch- oder Seitenlage kann eine Fachperson erreichbare Gewebe neben der Lendenwirbelsäule langsam ausstreichen oder kneten. Anschließend wiederholen Sie die ausgewählte Tätigkeit. Diese Kontaktwahl ist eine klinische Anpassung regionaler Massage. Oberflächliche Massage isoliert den tiefen Multifidus nicht. Stärkerer Druck ist nicht nötig, um zu prüfen, ob die regionale Behandlung hilft.

Dosierung und Überprüfung
Die Studie umfasste insgesamt zehn Besuche, jeweils einen pro Woche. Der erste dauerte 75–90 Minuten, die weiteren 50–60 Minuten. Nutzen Sie das als untersuchtes Beispiel und vereinbaren Sie einen begrenzten Zeitraum. Funktionseinschränkungen und Alltagstätigkeiten werden früh erneut geprüft.
Steigerung
Erfassen Sie die ausgewählte Tätigkeit und ein Maß für Funktionseinschränkungen. Nur wenn die Linderung den Alltag verbessert, wird fortgesetzt. Nutzen Sie die erleichterte Bewegung, um verträgliche Aktivität zu üben.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Bei anhaltender Symptomverstärkung oder wiederholter Behandlung ohne hilfreiche Funktionsfortschritte wird beendet. Neue Beinschwäche, sich ausbreitende Taubheit oder andere neurologische Änderungen müssen untersucht werden.
Evidenz und Grenzen
In der Auswertung von 401 Teilnehmenden lagen die Roland-Werte zur Funktionseinschränkung nach zehn Wochen bei Entspannungsmassage und struktureller Massage um 2,9 beziehungsweise 2,5 Punkte günstiger als bei üblicher Versorgung. Die Funktionsunterschiede waren nach 26 Wochen geringer. Bei den Symptomen bestand nach 26 oder 52 Wochen kein statistisch signifikanter Unterschied. Strukturelle Massage war nicht wesentlich überlegen; die Studie untersuchte keinen Lendenmuskel isoliert.

Erneute Beurteilung und Verlaufskontrolle

  • Wiederholen Sie dieselbe Aufgabe beim Aufstehen, Umdrehen im Liegen oder Tragen mit gleicher Unterstützung und Last.
  • Beobachten Sie das Zutrauen und die Fähigkeit, sich ohne unnötiges Luftanhalten zu bewegen.
  • Vergleichen Sie den verträglichen Übungsumfang und die Wiederholungen zusammen mit der Reaktion am Folgetag.
  • Bei Bedarf hilft ein Fragebogen zu rückenschmerzbedingten Funktionseinschränkungen. Eine tastbare Anspannung oder das Erscheinungsbild in einer Aufnahme darf nicht das einzige Ergebnismaß sein.

Evidenz und Quellen

  1. Anatomy, Back, Muscles

    2023 · Anatomische Referenz

    Befestigungen und Beziehungen innerhalb der Region. Anatomie validiert weder Triggerpunktkarten noch eine Tastdiagnose.

  2. Interventions for the Management of Acute and Chronic Low Back Pain: Revision 2021

    2021 · Klinische Praxisleitlinie

    Unterstützt aktive, individuell abgestimmte Rehabilitation bei Kreuzschmerzen. Die hier beschriebenen Übungsbeispiele sind klinische Übertragungen und keine Protokolle für die Behandlung einzelner Muskeln. Der Bezug zum Brustwirbelsäulenbereich ist indirekt.

  3. Low back pain and sciatica in over 16s: assessment and management

    2020 · Klinische Praxisleitlinie

    Andere mögliche Diagnosen, gezielte Bildgebung, fortgesetzte Aktivität und kombinierte Behandlung. Die Quelle weist nicht nach, dass Druckempfindlichkeit neben der Wirbelsäule den Schmerzursprung identifiziert.

  4. The evaluation of lumbar multifidus muscle function via palpation: reliability and validity of a new clinical test

    2015 · Primärstudie zur klinischen Untersuchung

    Printausgabe 2015, online bereits 2013 veröffentlicht. Untersucht wurde eine ausgewählte Gruppe mit Kreuzschmerzen. Der Vergleich mit Ultraschall stützt die Einschätzung einer Muskelanspannung nur begrenzt. Er validiert keinen Test auf Triggerpunkte oder Wirbelsäuleninstabilität.

  5. A comparison of the effects of 2 types of massage and usual care on chronic low back pain: a randomized, controlled trial

    2011 · Randomisierte Studie

    Ausgewertet wurden 401 Personen mit unspezifischen chronischen Kreuzschmerzen. Zehn Termine in wöchentlichem Abstand mit Entspannungsmassage oder struktureller Massage wurden mit üblicher Versorgung verglichen. Nach zehn Wochen waren die Roland-Werte zur Funktionseinschränkung um 2,9 beziehungsweise 2,5 Punkte günstiger. Nach 26 Wochen waren Funktionsunterschiede kleiner; die Symptomunterschiede waren nach 26 oder 52 Wochen nicht statistisch signifikant. Ein isolierter Effekt auf Quadratus lumborum, Erector spinae oder Multifidus wurde nicht untersucht.

Begleitende Triggerpunkte