§ 01

Was ist die TECAR-Therapie?

TECAR-Therapie

TECAR-Therapie

Übersichtsdiagramm

TECAR steht für Transfer von kapazitiver und resistiver Energie. Es handelt sich um ein nichtinvasives elektrophysikalisches Verfahren, das elektromagnetische Radiofrequenzenergie — in der Regel bei 448 kHz — nutzt, um endogene Wärme im muskuloskelettalen Gewebe zu erzeugen. Anders als bei Wärmepackungen, die von außen erwärmen, entsteht die Wärme bei TECAR direkt im Gewebe durch Ionenoszillation — mit therapeutisch nutzbaren Temperaturanstiegen in mehreren Zentimetern Tiefe.

Entwickelt in den 1990er-Jahren, ist die TECAR-Therapie in der europäischen und asiatischen Sportmedizin verbreitet, ohne international den Status einer Standardversorgung zu haben. Das Grundprinzip: Radiofrequenter Wechselstrom versetzt geladene Teilchen und polare Moleküle im Gewebe in rasche Schwingung — dabei entsteht auf zellulärer Ebene Reibungswärme. Zwei Elektrodenmodi — kapazitiv (CET) und resistiv (RET) — behandeln unterschiedliche Gewebeschichten.

Die TECAR-Therapie erwärmt Gewebe von innen — endogene Wärme in mehreren Zentimetern Tiefe kann die Mikrozirkulation verbessern und zur Regulation von Triggerpunkten beitragen, wenn oberflächliche Wärmeanwendungen nicht ausreichen.

Für myofasziale Triggerpunkte bietet TECAR einen besonderen Vorteil: Sie kann anhaltende Tiefenwärme direkt in der Triggerpunktregion erzeugen, den lokalen Blutfluss steigern, den Muskeltonus senken und den Umbau von fibrotischem Gewebe fördern. Dabei fehlt die mechanische Disruption der Stoßwellentherapie ebenso wie die Hautpenetration durch Nadelungstechniken. Das macht TECAR besonders wertvoll für Patient:innen, die einen sanften, nichtinvasiven Ansatz bevorzugen.

§ 02

Kapazitiver vs. Resistiver Modus

TECAR-Therapie

TECAR-Therapie

kapazitiver gegen resistiver Modus

Kapazitiver Modus (CET)

Isolierte Elektrode — Radiofrequenzstrom durchdringt bevorzugt oberflächliches Gewebe
Tiefe:1–3 cm Tiefe
Zielgewebe:Muskelbäuche, Blutgefäße, Lymphgewebe
  • — Die beschichtete (isolierte) Elektrode konzentriert die Radiofrequenzenergie in den oberflächlichen, wasserreichen Gewebeschichten
  • — Die stärkste Erwärmung entsteht direkt unter der Elektrodenfläche
  • — Besonders wirksam bei der Behandlung von Muskelbäuchen, Gefäßstrukturen und oberflächlicher Faszie
  • — Wird häufig bei akuten myofaszialen Triggerpunkten im oberen Trapezius, Deltoideus und Bizeps eingesetzt
  • — Wird mit einer ausgeprägten Gefäßerweiterung und einer Verbesserung der lokalen Mikrozirkulation in Verbindung gebracht

Indiziert bei: Oberflächlich gelegene Triggerpunkte in wasserreichem Gewebe mit niedrigem elektrischem Widerstand

Resistiver Modus (RET)

Blanke Metallelektrode — Radiofrequenzstrom dringt direkt ins tiefe Gewebe vor
Tiefe:3–5 cm Tiefe oder mehr
Zielgewebe:Sehnen, Faszien, Bänder, Knochengrenzschichten
  • — Die nicht isolierte Elektrode lässt den Hochfrequenzstrom ungehindert durch die oberflächlichen Schichten passieren
  • — Die maximale Wärmeentwicklung findet in Geweben mit hohem elektrischem Widerstand statt — Sehnen, Faszien und Knochen-Weichteil-Grenzschichten
  • — Erreicht tiefe Strukturen, die mit oberflächlichen Verfahren kaum therapierbar sind
  • — Besonders geeignet bei chronischen Triggerpunkten mit fibrotischen Veränderungen im Piriformis, Quadratus lumborum und in der tiefen Rotatorenmanschette
  • — Lässt sich in einer Behandlungssitzung sequenziell mit dem kapazitiven Modus kombinieren und erlaubt so eine umfassende Versorgung aller Gewebetiefen

Indiziert bei: Tief gelegene Triggerpunkte und chronisch-fibrotische Gewebeveränderungen

§ 03

Wirkmechanismus

Die therapeutische Wirkung der TECAR-Therapie beruht auf endogener Tiefenerwärmung durch Radiofrequenzenergie. Anders als TENS (Modulation elektrischer Nervensignale) oder therapeutischer Ultraschall (mechanische Schallwellen) erzeugt TECAR Wärme direkt im Gewebe — durch Ionenoszillation auf zellulärer Ebene. Dieser grundlegende Unterschied ermöglicht eine tiefere, gleichmäßigere Erwärmung bei hohem Patientenkomfort.

TECAR-Therapie

TECAR-Therapie

Wirkmechanismus

Endogene Tiefenerwärmung

Die TECAR-Therapie arbeitet mit Radiofrequenzenergie bei 448 kHz (je nach Gerät bis 0,5 MHz). Diese Energie versetzt Ionen und polare Moleküle im Gewebe in Schwingung. Anders als Wärmepackungen oder Infrarotlampen entsteht die Wärme dabei nicht von außen, sondern direkt im Gewebe selbst (Diathermie). Studien beschreiben einen Temperaturanstieg in mehreren Zentimetern Tiefe (Effektgrößen variabel), bei in der Regel guter Hautverträglichkeit.

Steigerung der Mikrozirkulation

Die endogene Wärme erweitert Arteriolen und Kapillaren über einen längeren Zeitraum. Der lokale Blutfluss kann deutlich ansteigen, was die Sauerstoffversorgung verbessern und den Abtransport von Stoffwechselprodukten aus dem chronisch unterversorgten Triggerpunktgewebe erleichtern kann. Entzündungshemmende Botenstoffe gelangen leichter in das betroffene Areal.

Kollagenumbau

Der kontrollierte Wärmereiz kann Fibroblasten zur Vermehrung und zur geordneten Kollagenneubildung anregen. In Triggerpunktarealen mit fibrotisch verändertem Gewebe könnte TECAR den Umbau desorganisierter Kollagenfasern zu geordneter ausgerichteten Strukturen fördern. Daraus kann eine verbesserte Gewebeelastizität resultieren; die mechanische Steifigkeit der Hartspannstränge nimmt häufig ab.

Muskelentspannung und Triggerpunktdeaktivierung

Tiefenerwärmung wird mit einer reduzierten Erregbarkeit der Muskelspindeln und einer Mitregulation der Gamma-Motoneuronen-Aktivität in Verbindung gebracht. Kontrahierte Faserbereiche im Hartspannstrang können sich entspannen. Parallel kann ein gesteigerter Blutfluss zur Reduktion schmerzsensibilisierender Substanzen (Substanz P, CGRP, Bradykinin) im Gewebe beitragen. Diese Komponenten gemeinsam können die Bedingungen für eine Triggerpunktdeaktivierung und einen entspannteren Muskeltonus unterstützen.
So wirkt die TECAR-Therapie
Endogene Diathermie

Radiofrequenzenergie bei 448 kHz versetzt Ionen in Schwingung und erzeugt Wärme direkt im Gewebe — nicht von außen zugeführt.

Mikrozirkulation

Tiefenerwärmung wird mit einer länger anhaltenden Gefäßerweiterung und einer Steigerung des lokalen Blutflusses im behandelten Gewebe in Verbindung gebracht.

Kollagenumbau

Der kontrollierte Wärmereiz wird mit einer Aktivierung von Fibroblasten und einer Förderung des Kollagenumbaus in fibrotisch verändertem Triggerpunktgewebe in Verbindung gebracht.

Neuromuskuläre Regulation

Reduzierte Muskelspindelerregbarkeit und ein verbesserter Stoffaustausch werden mit einer Entspannung kontrahierter Faserbereiche in den Hartspannsträngen in Verbindung gebracht.

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Behandlungsparameter

Betriebsfrequenz

448 kHz – 0,5 MHzTECAR-Geräte arbeiten typischerweise bei 448 kHz. Studien beschreiben für diese Frequenz ein günstiges Verhältnis zwischen Eindringtiefe und Energieaufnahme im Gewebe. Neuere Geräte nutzen Frequenzen bis 0,5 MHz. Im Radiofrequenzbereich ist die Energieübertragung nicht ionisierend; die Wärme entsteht durch Ionenoszillation im Gewebe.

Ausgangsleistung

50–300 W (einstellbar)Die Leistung wird individuell angepasst — nach Behandlungsmodus (CET oder RET), Gewebetiefe, Körperregion und Wärmewahrnehmung der Patientin oder des Patienten. Für oberflächliche kapazitive Anwendungen genügen 50–100 W, für tiefe resistive Behandlungen kommen 150–300 W zum Einsatz. Die behandelnde Person regelt die Leistung fortlaufend nach dem subjektiven Wärmeempfinden der Patientin oder des Patienten.

Behandlungsdauer

15–20 Minuten pro BereichPro Behandlungsareal werden 15–20 Minuten veranschlagt. Üblicherweise kommen beide Modi nacheinander zum Einsatz: Zuerst wärmt der kapazitive Modus die oberflächlichen Schichten auf und lockert sie, anschließend behandelt der resistive Modus die tiefer gelegenen Strukturen. Die gesamte Sitzung dauert in der Regel 20–30 Minuten.

Anzahl der Sitzungen

6–10 BehandlungenEine Standardbehandlungsserie umfasst 6–10 Sitzungen. Akute myofasziale Triggerpunkte sprechen oft schon nach 4–6 Sitzungen an. Chronische Beschwerden mit fibrotischen Veränderungen erfordern hingegen häufig 8–10 Sitzungen, bis ein nachhaltiger Gewebeumbau und eine anhaltende Schmerzlinderung eintreten.

Sitzungsfrequenz

2–3-mal pro WocheIn den ersten 2–3 Wochen finden die Sitzungen 2- bis 3-mal wöchentlich statt. Bei Besserung der Beschwerden wird auf 1–2 Sitzungen pro Woche reduziert. Anders als die Stoßwellentherapie, die wöchentliche Erholungspausen erfordert, kann TECAR häufiger eingesetzt werden, weil sie über sanfte Erwärmung statt über mechanische Disruption wirkt.

Elektrodengröße

Klein (30 mm) bis groß (65 mm)Die Wahl des Elektrodendurchmessers richtet sich nach dem Behandlungsareal. Kleine Elektroden (30–40 mm) ermöglichen eine fokussierte Energieabgabe für die gezielte Triggerpunktbehandlung. Große Elektroden (55–65 mm) eignen sich für flächige Muskelgruppen und die allgemeine Gewebevorbereitung vor der gezielten Arbeit.

Thermisches Feedback

Dosierung nach PatientenwahrnehmungDie Dosierung bei der TECAR-Therapie orientiert sich an der Wärmewahrnehmung der Patientin oder des Patienten. Angestrebt wird eine angenehme Tiefenwärme — bei akuten Beschwerden athermisch bis subthermisch, bei chronischen Verläufen thermisch. Die behandelnde Person passt die Leistung fortlaufend an, damit das gewünschte Wärmeniveau gehalten wird, ohne Unbehagen auszulösen.
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Klinische Evidenz

Wachsende EvidenzbasisMuskuloskelettale Schmerzen und myofasziale Triggerpunkte

Takahashi et al. (2020)

Diese Studie beschrieb, dass die TECAR-Therapie bei 448 kHz die tiefe Gewebetemperatur deutlich steigern und den lokalen Blutfluss verbessern kann. Berichtet wurden Temperaturanstiege in mehreren Zentimetern Tiefe; die thermischen Effekte hielten in dieser Untersuchung über mehrere Minuten nach Behandlungsende an.

Clijsen et al. (2020) — Systematischer Review

Ein systematischer Review zur TECAR-Therapie bei muskuloskelettalen Beschwerden beschrieb moderate Evidenz für Schmerzreduktion und funktionelle Verbesserung. In Kombination mit Bewegungstherapie waren die berichteten Ergebnisse häufig günstiger als die Einzelinterventionen allein.

Kumaran & Watson (2019)

Untersucht wurden thermische und physiologische Effekte der TECAR-Therapie bei 448 kHz auf Muskelgewebe. Beschrieben wurden Verbesserungen bei lokalem Blutfluss, Gewebeoxygenierung und Hauttemperatur. Kapazitiver und resistiver Modus erzeugten unterschiedliche, sich ergänzende Erwärmungsmuster.

Sportmedizinische Anwendung

In der professionellen Sportmedizin in Europa und Asien wird die TECAR-Therapie häufig genutzt. Fallserien bei Leistungssportlern beschreiben günstige Verläufe nach Muskelverletzungen, eine Reduktion von Muskelkater (DOMS) und einen Einsatz in der Behandlung chronischer myofaszialer Triggerpunkte (Studiendesign überwiegend ohne Kontrollgruppen).

MPS-spezifische Evidenz

Die Studienlage zur TECAR-Therapie speziell beim Myofaszialen Schmerzsyndrom (MPS) befindet sich noch im Aufbau. Erste kontrollierte Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich Triggerpunktschmerzlinderung und Verbesserung der Halswirbelsäulen-Beweglichkeit. Größere, multizentrische randomisierte Studien werden benötigt, um die Wirksamkeit beim MPS abschließend zu belegen.

Kombinationstherapie-Studien

Mehrere Untersuchungen beschreiben, dass TECAR in Verbindung mit manueller Therapie oder Übungsbehandlung häufig günstigere Ergebnisse zeigt als die Einzelmaßnahmen allein. Die Tiefenerwärmung wird mit einer Unterstützung der anschließenden manuellen Behandlung und aktiven Rehabilitation in Verbindung gebracht.

Tiefenerwärmung

Temperaturanstieg in mehreren Zentimetern Tiefe (Effektgrößen variabel)

Durchblutung

Deutliche Steigerung der lokalen Mikrozirkulation

Schmerzlinderung

Relevante VAS-Verbesserungen in Studien zu muskuloskelettalen Schmerzen (Effektgrößen variabel)
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Die Behandlungssitzung

Befunderhebung und Behandlungsplanung

Zunächst beurteilt die behandelnde Person die myofasziale Schmerzsituation durch Palpation. Triggerpunkte, Hartspannstränge und Mobilitätseinschränkungen werden identifiziert. Darauf aufbauend legt sie den Behandlungsmodus (CET, RET oder Kombination), die Elektrodengröße und die Zielleistung fest.

Hautvorbereitung und Kopplung

Eine leitfähige Creme oder ein Kontaktgel wird auf das Behandlungsareal aufgetragen, um eine optimale Energieübertragung zwischen Elektrode und Haut sicherzustellen. Die Rückleitungsplatte (inaktive Elektrode) wird auf der gegenüberliegenden Körperseite oder über einer großen Muskelmasse in der Nähe positioniert, um den Hochfrequenzkreis zu schließen.

Kapazitive Phase (CET)

In der Regel beginnt die Behandlung mit der isolierten Elektrode im kapazitiven Modus. Sie wird in kreisförmigen oder längsverlaufenden Bewegungen über die betroffene Muskelgruppe geführt. Die Leistung wird schrittweise gesteigert, bis eine angenehme Tiefenwärme spürbar ist. Diese Phase dauert 8–12 Minuten und bereitet die oberflächlichen Gewebeschichten vor.

Resistive Phase (RET)

Anschließend wechselt die behandelnde Person zur blanken resistiven Elektrode, um tiefere Strukturen zu erreichen. Sie wird langsam über die Triggerpunktregion bewegt, wobei besonders druckschmerzhafte Stellen im Fokus stehen. Die Leistung richtet sich nach dem Wärmeempfinden der Patientin oder des Patienten. Diese Phase zielt 8–12 Minuten lang auf tiefe Faszie, Sehnenansätze und fibrotisches Triggerpunktgewebe.

Kombination mit manueller Therapie

Viele Therapeuten führen manuelle Triggerpunkttechniken während oder unmittelbar nach der TECAR-Anwendung durch — solange das Gewebe warm und geschmeidig ist. Tiefenerwärmung und manueller Druck ergänzen sich synergistisch: Das aufgewärmte Gewebe bietet manuellen Techniken weniger Widerstand und erhöht deren Wirksamkeit spürbar.

Dehnung und Übungen zum Abschluss

Die Sitzung endet mit geführter Dehnung der behandelten Muskulatur und — sofern sinnvoll — leichten Korrekturübungen. Die erhöhte Gewebetemperatur und der verringerte Muskeltonus schaffen ein günstiges Zeitfenster für Beweglichkeitsgewinne und die Verankerung neuer Bewegungsmuster.
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Für wen eignet sich TECAR?

Chronische myofasziale Schmerzen mit fibrotischen Veränderungen

Wenn Triggerpunkte über lange Zeit bestehen, entwickeln sich häufig fibrotische Gewebeveränderungen. Die Tiefenerwärmung und der durch TECAR diskutierte Kollagenumbau können hier hilfreich sein und mit einer Reduktion fibrotischer Verklebungen sowie einer Unterstützung der Gewebestruktur in Verbindung gebracht werden.

Nadelängstliche Patient:innen

Die TECAR-Therapie ist vollständig nichtinvasiv und wird als angenehme Wärme empfunden. Sie bietet eine hervorragende Alternative für Patientinnen und Patienten, die Dry Needling oder injektionsbasierte Behandlungen scheuen, aber dennoch eine wirksame Tiefengewebetherapie benötigen.

Sportverletzungen mit sekundären Triggerpunkten

Bei Sportlern mit Muskelzerrungen, Prellungen oder Überlastungsschäden, die sekundäre Triggerpunkte entwickelt haben, kann TECAR die Heilung der Primärverletzung mit unterstützen und gleichzeitig die Triggerpunktkomponente adressieren.

Zervikale und lumbale myofasziale Schmerzen

Patient:innen mit chronischen Nacken- oder Rückenschmerzen durch Triggerpunkte in der zervikalen Paraspinalmuskulatur, im oberen Trapezius, im Quadratus lumborum oder im Multifidus profitieren besonders. Die Kombination beider Modi erlaubt die Behandlung oberflächlicher und tiefer Muskelschichten in einer Sitzung.

Postoperative Adhäsionen und Narbengewebe

Haben sich nach einer Operation Triggerpunkte durch Narbenbildung oder Verwachsungen entwickelt, kann TECAR den Kollagenumbau im Narbengewebe unterstützen und zur Regulation der zugehörigen Triggerpunkte beitragen.

Begleitend zur manuellen Therapie

TECAR wird häufig als Baustein eines multimodalen Behandlungskonzepts eingesetzt. Eine tiefe Gewebeerwärmung unmittelbar vor manueller Therapie oder Übungsbehandlung kann ein therapeutisches Fenster schaffen, in dem das Gewebe besser auf mechanische Maßnahmen anspricht.
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Kontraindikationen und Nebenwirkungen

Absolute Kontraindikationen

Relative Kontraindikationen

Nebenwirkungen

Insgesamt gut verträglich

Die TECAR-Therapie hat bei korrekter Anwendungstechnik in der Regel ein günstiges Sicherheitsprofil. Viele Patient:innen empfinden die Behandlung als angenehme Tiefenwärme. Schwere Zwischenfälle werden in der Literatur selten beschrieben und stehen häufig in Zusammenhang mit Anwendungsfehlern — etwa einer stationären Elektrode, unzureichendem Kontaktgel oder zu hoher Leistung bei Patient:innen mit eingeschränkter Sensibilität.

Vorübergehende Hautwärme und Rötung

Lokale Hautwärme und eine leichte Rötung im Behandlungsbereich sind normale Reaktionen auf die Radiofrequenzerwärmung. Sie klingen innerhalb von 1–2 Stunden ab und zeigen eine gesunde gefäßerweiternde Reaktion an.

Leichter Muskelkater nach der Behandlung

Manche Patient:innen berichten über leichten Muskelkater im behandelten Bereich für 12–24 Stunden — vergleichbar mit dem Gefühl nach einer Tiefengewebemassage. Das ist eine normale Reaktion, die sich von selbst zurückbildet.

Vorübergehende Müdigkeit

Gelegentlich wird nach der Behandlung ein leichtes Gefühl der Entspannung oder Müdigkeit beschrieben, besonders nach längeren Sitzungen. Dies spiegelt eine systemische parasympathische Reaktion auf die Tiefenerwärmung wider.

Oberflächliche Verbrennungen (selten)

Bei korrekter Technik — gleichmäßige Elektrodenbewegung, ausreichend Kontaktgel und aufmerksames Patientenfeedback — sind Verbrennungen selten. Das Risiko steigt bei stillstehender Elektrode, zu wenig Gel oder eingeschränkter Wärmeempfindung der Patientin oder des Patienten.
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TECAR im Vergleich

Vergleich
Vorteil der TECAREinschränkung der TECAR

vs. TENS

TECAR erzeugt eine Tiefenerwärmung und kann biologische Gewebeumbauprozesse anstoßen; TENS moduliert vorwiegend die Schmerzwahrnehmung
TENS lässt sich zuhause anwenden; TECAR erfordert klinische Ausstattung und geschultes Personal

vs. Therapeutischer Ultraschall

Tiefere und gleichmäßigere Erwärmung; die Wärme entsteht im Gewebe selbst statt durch externe Energieabsorption
Teurere Geräteausstattung; erfordert spezielle Fortbildung

vs. Wärmepackungen / oberflächliche Wärme

Erwärmt das Gewebe von innen heraus (3–5 cm Tiefe), statt Wärme von der Hautoberfläche nach innen zu leiten
Erfordert einen Praxisbesuch; Wärmepackungen sind als Selbstbehandlung jederzeit verfügbar

vs. Stoßwellentherapie (ESWT)

Sanfter und komfortabler; besser verträglich für schmerzempfindliche Patient:innen
Keine ausgeprägte mechanische Disruption, wie sie Stoßwellen bei kalzifizierten Triggerpunkten bewirken
§ 10

Zeitlicher Behandlungsverlauf

6–10

BehandlungssitzungenEin Standardzyklus von 6 bis 10 Sitzungen behandelt sowohl akute Symptome als auch zugrunde liegende Gewebeveränderungen

2–3/Woche

Sitzungen pro Woche2–3 Sitzungen pro Woche in der Anfangsphase, bei Besserung Reduktion auf 1–2

3–6

Wochen bis zur vollen WirkungDer volle therapeutische Effekt, einschließlich möglicher Effekte auf den Kollagenumbau, kann sich innerhalb von etwa 3–6 Wochen einstellen
Zusammenfassung
  1. Die TECAR-Therapie ist ein nichtinvasives, radiofrequenzbasiertes Verfahren, das tiefe Gewebeerwärmung von innen erzeugt (endogene Diathermie) und Triggerpunkte in 3–5 cm Tiefe erreicht — ohne die Haut zu verbrennen.

  2. Zwei sich ergänzende Modi stehen zur Verfügung: Der kapazitive Modus (CET) für oberflächliches, wasserreiches Gewebe wie Muskelbäuche, und der resistive Modus (RET) für tiefes Gewebe mit hohem Widerstand wie Sehnen und Faszien. Beide werden in der Regel pro Sitzung eingesetzt.

  3. Der Wirkmechanismus umfasst endogene Erwärmung, Verbesserung der Mikrozirkulation, Kollagenumbau und Muskelentspannung — mit sofortiger Schmerzlinderung und langfristiger struktureller Gewebeerneuerung.

  4. TECAR unterscheidet sich von TENS und Ultraschall: Die Wärme entsteht im Gewebe selbst, statt externe Energie zuzuführen — das ermöglicht häufig eine tiefere und gleichmäßigere therapeutische Erwärmung.

  5. Eine Behandlungsserie umfasst in der Regel 6–10 Sitzungen, die 2- bis 3-mal wöchentlich stattfinden und jeweils 20–30 Minuten dauern. Die Behandlung wird als angenehme Tiefenwärme empfunden.

  6. Die Evidenzlage wächst stetig, mit starker Unterstützung aus der Sportmedizin. Kontrollierte Studien speziell zum Myofaszialen Schmerzsyndrom (MPS) sind noch begrenzt, aber vielversprechend — insbesondere in Kombination mit manueller Therapie.

  7. Kontraindikationen umfassen unter anderem Metallimplantate im Behandlungsbereich, Herzschrittmacher, aktive Tumorerkrankungen, Schwangerschaft (im Bereich von Bauch, Becken und Lendenwirbelsäule), akute Entzündungen und Thrombosen.