Zum Hauptinhalt springen
Zum Hauptinhalt springen
Atlas · Schulter

Infraspinatus

Der Infraspinatus liegt auf der Rückseite des Schulterblatts und gehört zur Rotatorenmanschette. Er dreht den Arm nach außen und hilft, das Schultergelenk beim Heben zu stabilisieren. Ein druckempfindlicher Muskel kann Schulterschmerzen begleiten. Kraftverlust, nächtlicher Schmerz und Probleme beim Greifen kommen jedoch auch bei Sehnenerkrankungen, Rissen, Gelenksteife oder Beschwerden aus dem Nacken vor.

Infraspinatus
Körperregion
Schulter
Triggerpunkte
3
in diesem Muskel dokumentiert
Häufige Beschwerden
4
erfasste Muster
Häufige Ursachen
4
begünstigende Faktoren

Überblick über den Muskel

Beschwerden und erste Schritte

Praktische erste Schritte

  • Verringern Sie vorübergehend die besonders schmerzhafte Hubhöhe oder das Gewicht. Behalten Sie Schulterbewegungen bei, die sich angenehm anfühlen.
  • Probieren Sie beim Ruhen oder Schlafen ein Kissen unter dem Unterarm aus. Legen Sie häufig benötigte Gegenstände näher zu sich.
  • Bauen Sie die Kraft für die Außenrotation behutsam auf. Vermeiden Sie kräftige Innenrotationsdehnungen in Seitenlage und tiefen Druck jenseits der Schulterblattränder.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

  • Lassen Sie plötzlichen Kraftverlust nach einer Verletzung, einen nicht mehr anhebbaren Arm, einen Verdacht auf Ausrenkung oder eine heiße, geschwollene Schulter mit Fieber rasch untersuchen.
  • Anhaltende Schwäche, sichtbarer Muskelschwund, Taubheit im Arm oder eine zunehmende Einschränkung der passiven Beweglichkeit sollten untersucht werden.
  • Bei Brustschmerz, Atemnot oder Schulterschmerz zusammen mit akuten Allgemeinsymptomen ist eine dringende ärztliche Abklärung erforderlich.

Außenrotation gegen Widerstand und die Prüfung des Außenrotationshaltezeichens beurteilen die hintere Rotatorenmanschette. Kann die vorgegebene Stellung nicht gehalten werden, kann dies den Verdacht auf einen Riss verstärken. Ein unauffälliger Halteversuch schließt einen Riss dagegen nicht aus. Keiner der beiden Tests weist einen Triggerpunkt im Infraspinatus nach.

Untersuchung, Palpation und Behandlungsevidenz

Illustrierte Übersicht

Infraspinatus

Blau hebt den Muskel hervor. Die Kreuze zeigen beispielhafte Triggerpunktstellen; die schattierten Bereiche kennzeichnen mögliche übertragene Schmerzen. Diese Beispiele entsprechen nicht jeweils einem der unten nummerierten Punkte. Die Muster können variieren und erlauben keine Diagnose der Schmerzursache.

Die Beschriftung der Abbildung ist auf Englisch.

Illustrierte Übersicht

Infraspinatus · Anatomy 1

Anatomical view of the illustrated muscle.

Die Beschriftung der Abbildung ist auf Englisch.

Bild in voller Größe öffnen

Triggerpunkte

1. TrP1

Lage. Rückseite des Schulterblatts

Triggerpunktkarte
Infraspinatus — Infraspinatus · Trigger-point examples 1Bild in voller Größe öffnen

Regionale Muskelabbildung; keine individuelle Darstellung des ausgewählten nummerierten Triggerpunkts.

Karte der Schmerzausstrahlung
Infraspinatus — Karte der SchmerzausstrahlungBild in voller Größe öffnen

Regionale Muskelabbildung; keine individuelle Darstellung des ausgewählten nummerierten Triggerpunkts.

Schmerzausstrahlung. Vorderseite der Schulter, Arm hinunter

Schmerzmuster

  • Vorderseite der Schulter
  • Vorderseite des Arms hinunter
  • Bizepsbereich
  • Handgelenk
  • Oberer Rücken

Wie sich dieser Schmerz anfühlt

Die Beschwerden können beim Heben oder Drehen des Arms auffallen. Anhand des Schmerzorts allein lässt sich Muskel- von Sehnenschmerz der Rotatorenmanschette nicht unterscheiden. Halten Sie eine konkrete Schwierigkeit fest, etwa das Anziehen einer Jacke oder den Griff ins Regal. Daraus lässt sich nicht ohne Weiteres eine Muskelverkürzung ableiten.

Das berichten Betroffene

  • Schmerzen beim Hochgreifen
  • Schwierigkeit, den Mantel anzuziehen
  • Schmerzen vorne an der Schulter
  • Schwäche beim Heben

Was den Schmerz verschlimmert

  • Über den Kopf greifen
  • Außenrotation
  • Werfen
  • Auf der betroffenen Seite schlafen
  • Hinter den Rücken greifen
Passende Übungen ansehen (13)

Beschwerden, die Betroffene berichten

Dumpfer Schmerz hinten oder außen an der Schulter Die Beschwerden können beim Heben oder Drehen des Arms auffallen. Anhand des Schmerzorts allein lässt sich Muskel- von Sehnenschmerz der Rotatorenmanschette nicht unterscheiden.

Probleme beim Greifen oder Anziehen Halten Sie eine konkrete Schwierigkeit fest, etwa das Anziehen einer Jacke oder den Griff ins Regal. Daraus lässt sich nicht ohne Weiteres eine Muskelverkürzung ableiten.

Schmerz beim Drehen des Arms nach außen Diese Bewegung beansprucht die hintere Rotatorenmanschette. Bei der Untersuchung ist zu unterscheiden, ob Schmerz den Krafteinsatz begrenzt oder eine deutliche Schwäche besteht.

Gestörter Schlaf Das Liegen auf der Seite kann unangenehm sein. Nächtlicher Schmerz ist jedoch kein spezifischer Hinweis auf einen Triggerpunkt.

Häufige Ursachen

Mehr Überkopfarbeit oder Drehbewegungen Werfen, Schwimmen und ungewohntes Heben können die derzeitige Belastbarkeit der Schulter überfordern.

Längere Tätigkeiten ohne Armauflage Ein kürzerer Greifweg oder eine Unterarmauflage kann entlasten. Dafür müssen Sie keine einzelne Körperhaltung dauerhaft einhalten.

Frühere Verletzung oder verminderte Kraft Eine frische Verletzung oder anhaltender Kraftverlust beeinflusst, was untersucht wird und wie die Belastung gesteigert werden kann.

Unterbrochener Schlaf oder wenig Erholung Beides kann Schmerz und Belastungsverträglichkeit beeinflussen. Es beweist weder einen Gewebeschaden noch das Vorliegen eines Triggerpunkts.

Für Fachpersonal und angeleitete Ausbildung

Klinische Referenz

Die Karte hilft, die Untersuchung zu orientieren. Entscheidend sind die tatsächlich wiedererkannten Schmerzbereiche, zusammen mit den Befunden bei Bewegung, Belastung und neurologischer Untersuchung.

Anatomie und Palpation

Anatomische Beziehungen

Der Infraspinatus bedeckt die Rückseite des Schulterblatts unterhalb der Schulterblattgräte. Seine Sehne setzt an der mittleren Facette des großen Oberarmhöckers, des Tuberculum majus, an. Gemeinsam mit den übrigen Muskeln der Rotatorenmanschette dreht er den Arm nach außen und stabilisiert den Oberarmkopf.[6]

  • Die Schulterblattgräte ist die quer verlaufende Knochenleiste auf der Rückseite des Schulterblatts.
  • Unterhalb dieser Leiste liegt die breite knöcherne Fossa infraspinata zwischen dem inneren und dem äußeren Schulterblattrand.
  • Die Sehne zieht seitlich unter dem hinteren Anteil des Deltamuskels zum Oberarmknochen.

Benachbarte Strukturen. Der Teres minor liegt weiter unten im seitlichen Bereich. Der Nervus suprascapularis zieht um die spinoglenoidale Einkerbung; jenseits der Schulterblattränder liegt der Brustkorb. Der Muskelbauch befindet sich auf dem Schulterblatt und nicht im Zwischenraum zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule.

Palpation

Position der untersuchten Person. Im Sitzen mit abgestütztem Unterarm oder in Seitenlage: Die betroffene Schulter liegt oben und bleibt entspannt.

Anatomische Orientierungspunkte finden

  • Zunächst die Schulterblattgräte sowie den inneren und äußeren Schulterblattrand ertasten.
  • Die Untersuchung bleibt über der breiten Fossa infraspinata unterhalb der Gräte. Dieser Bereich ist von den Muskeln zwischen dem inneren Schulterblattrand und der Wirbelsäule abzugrenzen.

Untersuchungsablauf

  1. Den hinteren Muskelbauch mit flach aufgelegten Fingerspitzen und leichtem Druck abtasten. Eine sanfte Außenrotation gegen geringen Widerstand kann zunächst helfen, die Anspannung zuzuordnen; zum Tasten wird der Muskel wieder entspannt.
  2. Erfragen, ob Druck auf eine empfindliche Stelle den bekannten Schulterschmerz hervorruft. Den Befund mit der Reaktion auf Sehnenbelastung und Nackenbewegungen vergleichen.

Befunde dokumentieren

  • Ein empfindlicher Hartspannstrang mit wiedererkanntem Ausstrahlungsschmerz kann für eine myofasziale Mitbeteiligung sprechen.
  • Druckempfindlichkeit kann gleichzeitig mit einer Erkrankung der Rotatorenmanschette bestehen. Auch eine vorübergehende Linderung schließt einen Riss nicht aus.

Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Starken Druck auf die Schulterblattgräte, die seitliche Einkerbung oder Bereiche außerhalb der Schulterblattränder vermeiden.
  • Bei Kribbeln im Arm oder elektrisierendem Schmerz abbrechen.
  • Nadelbehandlungen nahe dem Schulterblatt erfordern anatomische Fachkenntnis und eine entsprechend qualifizierte Durchführung. Benachbarte Nerven, Gefäße und der Brustkorb müssen berücksichtigt werden; die Beschreibung ist keine Anleitung zur Selbstnadelung.
[6][2]

Untersuchung und Tests

3

Außenrotation gegen Widerstand[8][3]

Die Belastungsreaktion der hinteren Rotatorenmanschette prüfen und Schmerz von Kraftverlust unterscheiden.

Position
Im Sitzen, der Oberarm liegt seitlich am Körper und der Ellenbogen ist um 90 Grad gebeugt. Ein kleines Handtuch kann den Ellenbogen unterstützen.
Durchführung
Die untersuchende Fachperson stabilisiert den Oberarm und setzt der Auswärtsbewegung des Unterarms allmählich Widerstand entgegen. Beide Seiten werden verglichen; Schmerz und Kraft werden getrennt dokumentiert.
Positiver Befund
Der bekannte Schulterschmerz wird ausgelöst, die Kraft ist vermindert oder ein vergleichbarer Widerstand kann nicht gehalten werden.
Einordnung
Der Befund unterstützt eine weitere Untersuchung der Rotatorenmanschette. Bei deutlicher Schwäche sind auch ein Riss oder eine Schädigung des Nervus suprascapularis zu berücksichtigen.
Grenzen
Schmerz kann die Kraftentfaltung hemmen; außerdem arbeitet der Teres minor mit. Ein auffälliger Test grenzt daher weder den Infraspinatus allein ab noch bestätigt er einen Triggerpunkt.

Außenrotationshaltezeichen bei seitlich gehaltenem Arm[7][8]

Bei Verdacht auf einen Riss der hinteren Rotatorenmanschette prüfen, ob eine passiv eingestellte Außenrotation gehalten werden kann.

Position
Im Sitzen mit um 90 Grad gebeugtem Ellenbogen. Die Schulter wird in der Schulterblattebene leicht angehoben und von der untersuchenden Fachperson gestützt.
Durchführung
Die Fachperson führt die Schulter vorsichtig bis nahe an die verfügbare passive Außenrotationsgrenze und nimmt die Stellung etwas zurück. Die Patientin oder der Patient soll diese Position halten, während die Unterstützung am Handgelenk gelöst wird; der Ellenbogen bleibt gestützt.
Positiver Befund
Der Unterarm weicht nach innen ab, weil die außenrotierte Stellung nicht gehalten werden kann.
Einordnung
Ein deutliches Nachgeben verstärkt den Verdacht auf einen Riss der Rotatorenmanschette und kann bei passendem Gesamtbefund Anlass für weitere Abklärung sein.
Grenzen
In der ROW-Kohorte war das Zeichen hoch spezifisch, aber wenig sensitiv: Ein negativer Test schließt einen Riss nicht aus. Schmerz, eingeschränkte passive Beweglichkeit und neurologisch bedingte Schwäche können das Ergebnis beeinflussen. Es handelt sich nicht um einen Triggerpunkttest.

Aktive und passive Schulterbeweglichkeit mit ergänzender Nackenuntersuchung[3][4][5]

Belastungsabhängige Schulterbeschwerden von Gelenksteife oder aus dem Nacken ausstrahlenden Schmerzen abgrenzen.

Position
Aktives Armheben und sanfte Nackenbewegungen im Sitzen; passive Schulterbewegungen gut unterstützt in Rückenlage oder im Sitzen.
Durchführung
Selbstständiges Heben und Drehen des Arms mit dem passiven, von der Fachperson geführten Bewegungsumfang vergleichen. Aufgabe und Schmerzort festhalten. Anschließend prüfen, ob Nackenbewegungen oder die neurologische Untersuchung die bekannten Armbeschwerden hervorrufen.
Positiver Befund
Deutlich eingeschränkte passive Beweglichkeit, wesentlich weniger aktive als passive Bewegung oder passende zervikale beziehungsweise neurologische Befunde.
Einordnung
Passive Einschränkung spricht für eine Gelenksteife. Ist vor allem die aktive Bewegung vermindert, sollten Rotatorenmanschette und Nerven geprüft werden. Nackenbefunde können die weitere Behandlung in eine andere Richtung lenken.
Grenzen
Die Untersuchung erfasst klinische Muster und beweist keine einzelne Gewebeursache. Schmerz und schmerzbedingte Schutzspannung beeinflussen sowohl aktive als auch passive Bewegungen.

Andere Ursachen unterscheiden

Tendinopathie oder Riss der Rotatorenmanschette[3][7]

Relevante Befunde. Schmerz beim Anheben und bei Außenrotation des Arms. Ein Beginn nach Verletzung, deutlicher Kraftverlust oder ein klares Nachgeben im Halteversuch verstärkt den Verdacht auf einen Riss.

Nächster Schritt. Kraft sowie aktive und passive Beweglichkeit prüfen. Akute Schwäche nach einem Unfall braucht rasche Abklärung; Bildgebung wird gewählt, wenn ihr Ergebnis die Behandlung beeinflusst. Ein normaler Bildbefund schließt myofasziale Schmerzen nicht aus, ein auffälliger Befund beweist keine Schmerzursache.

Adhäsive Kapsulitis oder Arthrose des Schultergelenks[5][3]

Relevante Befunde. Aktive und passive Bewegungen sind eingeschränkt, häufig auch die Außenrotation. Anziehen und Greifen fallen schwer.

Nächster Schritt. Das Gelenk untersuchen, statt die hintere Schulter mit Kraft zu dehnen oder ausschließlich den Muskelbauch zu behandeln.

Schädigung des Nervus suprascapularis[6]

Relevante Befunde. Anhaltende Schwäche bei Außenrotation oder eine sichtbare Einsenkung über der Fossa infraspinata. Verdächtig ist insbesondere ein Kraftverlust, der sich durch die Schmerzbegrenzung allein nicht erklären lässt.

Nächster Schritt. Eine neurologische und eine Schulteruntersuchung veranlassen. Je nach Befund können elektrophysiologische Untersuchungen oder Bildgebung sinnvoll sein. Ein normaler Bildbefund schließt myofasziale Schmerzen nicht aus; auffällige Bilder beweisen umgekehrt keine ursächliche Beziehung zum Schmerz.

Zervikale Radikulopathie[4]

Relevante Befunde. Armschmerz zusammen mit Taubheit, veränderten Reflexen oder Kraftverlust; möglicherweise deutlicher Zusammenhang mit Nackenbewegungen.

Nächster Schritt. Halswirbelsäule und neurologischen Status untersuchen, bevor weiter unten im Arm empfundene Beschwerden als Ausstrahlung aus der Schulter eingeordnet werden.

Behandlung auswählen und anpassen

Behandlung durch Fachpersonal

Dry Needling bei myofaszialen Beschwerden des Infraspinatus[1]

Wann erwägen. Untersuchte Schulterschmerzen mit passender Druckempfindlichkeit am Infraspinatus, wenn eine vorübergehende Linderung das Greifen oder Üben erleichtern könnte.

Dry Needling bezeichnet eine Behandlung mit Nadeln ohne Medikamentengabe. Eine dafür qualifizierte und zur Durchführung berechtigte Fachperson lokalisiert die Fossa infraspinata unterhalb der Schulterblattgräte. Vor der Auswahl einer Muskelstelle werden Rotatorenmanschette und Halswirbelsäule untersucht; Blutungs-, Infektions- und Verletzungsrisiken im Bereich des Brustkorbs werden besprochen.

Dosierung und Überprüfung
Die muskelspezifische Studie untersuchte eine einzige Sitzung. Daraus lässt sich weder eine allgemeingültige Nadeltiefe noch eine feste Behandlungsserie ableiten.
Steigerung
Innerhalb einer Woche erneut den Griff ins Regal, das Anziehen oder eine Außenrotationsaufgabe prüfen. Nur fortsetzen, wenn sich eine für den Alltag nützliche Tätigkeit verbessert.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Neu aufgetretener Brustschmerz oder Atemnot nach einer Nadelbehandlung an der Schulter erfordert dringende Abklärung. Auch neue Schwäche oder eine anhaltende Beschwerdezunahme sollte gemeldet werden.
Evidenz und Grenzen
Bei 66 Erwachsenen ab 65 Jahren verringerte zusätzliches Dry Needling latenter Punkte gegenüber der alleinigen Behandlung aktiver Punkte den Schmerz unmittelbar und nach einer Woche. Ein Vorteil bei der Handgreifkraft ergab sich nicht. Beide Gruppen erhielten Dry Needling; ein dauerhafter Funktionsgewinn oder eine Überlegenheit gegenüber Scheinbehandlung oder Rehabilitation wurde nicht nachgewiesen.

Selbsthilfe und Aktivität

Schmerzhaftes Greifen und Heben anpassen[3]

Wann erwägen. Schulterschmerzen ohne vorausgehende Verletzung, bei denen sich die belastungsabhängigen Beschwerden im Alltag handhaben lassen.

Nutzen Sie vorübergehend eine niedrigere Ablage, verkürzen Sie Wurf- oder Schwimmeinheiten oder tragen Sie Lasten näher am Körper. Bei längerer Schreibtischarbeit kann eine Unterarmauflage helfen; beim Ruhen können Sie ein Kissen ausprobieren.

Dosierung und Überprüfung
Passen Sie gezielt die Tätigkeiten an, die Beschwerden hervorrufen. Eine feste tägliche Ruhezeit lässt sich daraus nicht ableiten.
Steigerung
Steigern Sie Greifhöhe, Wiederholungen und Gewicht nacheinander, sobald Schlaf und Alltagsfunktion besser werden.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Akute Schwäche, ein heißes und geschwollenes Gelenk oder neue neurologische Auffälligkeiten müssen abgeklärt werden. Eine Belastungsanpassung ersetzt diese Untersuchung nicht.
Evidenz und Grenzen
Individuelle Aufklärung und angepasste Aktivität gehören zu den Empfehlungen bei Beschwerden der Rotatorenmanschette. Daraus folgt weder eine Triggerpunktursache noch die Notwendigkeit vollständiger Ruhe.

Übungen und Rehabilitation

Kraft für die Außenrotation aufbauen[3]

Wann erwägen. Untersuchungsbefund mit Bezug zur Rotatorenmanschette, bei dem leichter Widerstand vertragen wird und keine ungeklärte ausgeprägte Schwäche besteht.

Halten Sie den Ellenbogen gebeugt seitlich am Körper. Drehen Sie den Unterarm gegen ein leichtes, auf der gegenüberliegenden Seite befestigtes Übungsband nach außen. Stützen Sie den Oberarm und führen Sie die Bewegung langsam zurück. Drehen Sie den Rumpf nicht mit, um einen größeren Bewegungsweg zu erreichen.

Dosierung und Überprüfung
Als möglicher Einstieg: 1–2 Sätze mit 8–12 kontrollierten Wiederholungen jeden zweiten Tag. Das ist ein Beispiel aus der Schulterrehabilitation und keine geprüfte Dosierung für Infraspinatus-Triggerpunkte.
Steigerung
Erhöhen Sie zunächst die gut verträgliche Wiederholungszahl, dann den Bandwiderstand. Später können Sie für Sie relevante Greif- und Sportpositionen üben.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Verringern Sie die Belastung, wenn Schmerzen oder nächtliche Beschwerden danach oder am nächsten Tag verstärkt bleiben. Bei plötzlicher Schwäche, stechendem Gelenkschmerz oder Kribbeln abbrechen.
Evidenz und Grenzen
Bei Tendinopathie der Rotatorenmanschette wird eine aktive Rehabilitation mit Widerstands- oder Bewegungssteuerungsübungen unterstützt. Keine einzelne Übung isoliert einen schmerzhaften Triggerpunkt; eine allgemein gültige Dosierung ist nicht festgelegt.

Übungen und Rehabilitation

Angenehme Beweglichkeit beim Greifen erweitern[3][5]

Wann erwägen. Schmerzbedingt eingeschränkte Bewegung, wenn vorsichtige Unterstützung als angenehm empfunden wird.

Legen Sie die Hand auf einen Tisch und schieben Sie sie nach vorn, während der Körper etwas zurückweicht. Bleiben Sie im angenehmen Bewegungsbereich der Schulter. Zwingen Sie den Arm nicht hinter den Rücken und drücken Sie eine Innenrotationsdehnung in Seitenlage nicht in ein vorderes Einklemmgefühl hinein.

Dosierung und Überprüfung
Ein mögliches Beispiel sind 5–8 langsame Gleitbewegungen einmal täglich, angepasst an Ihre Reaktion. Dies ist kein in einer muskelspezifischen Studie geprüftes Vorgehen.
Steigerung
Vergrößern Sie die Reichweite allmählich. Üben Sie anschließend ohne Unterstützung mit einem leichten Gegenstand auf Regalhöhe.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Bei stechendem Haken oder zunehmender Gelenksteife aufhören. Eine deutliche passive Bewegungseinschränkung sollte klinisch untersucht werden.
Evidenz und Grenzen
Die aktive Schulterrehabilitation umfasst das Üben alltagsrelevanter Bewegungen. Gleitbewegung und Wiederholungszahl sind hier praktische Beispiele; sie sind keine nachgewiesenen Verfahren zum Lösen von Triggerpunkten.

Behandlung durch Fachpersonal

Manuelle Therapie zeitlich begrenzt erproben[3]

Wann erwägen. Untersuchte Schulterschmerzen, bei denen vorübergehende Linderung die Teilnahme an Übungen erleichtern könnte.

Eine Fachperson kann gut verträgliche Weichteil- oder Gelenktechniken erproben. Danach wird eine vereinbarte Bewegung, etwa Greifen oder Außenrotation gegen Widerstand, erneut geprüft. Die Behandlung begleitet einen schrittweise aufgebauten Übungsplan.

Dosierung und Überprüfung
Ein zeitlich begrenzter Versuch mit anschließender Funktionskontrolle ist sinnvoller als eine automatisch festgelegte Behandlungsserie.
Steigerung
Nutzen Sie eine mögliche Erleichterung für aktive Bewegung. Passive Behandlungen werden im Verlauf reduziert.
Abbrechen oder erneut beurteilen
Bei nervenbezogenen Beschwerden abbrechen. Auch wiederholte kurzfristige Linderung rechtfertigt keine Fortsetzung, wenn Schlaf, Greifen oder Kraft dadurch nicht besser werden.
Evidenz und Grenzen
Die Leitlinie zur Rotatorenmanschette sieht manuelle Therapie als Möglichkeit zur kurzfristigen Schmerzlinderung vor. Eine Fortsetzung kann erwogen werden, wenn die Erleichterung Greifen oder Drehen während der Rehabilitation verbessert. Die Evidenz betrifft Beschwerden der Rotatorenmanschette und keine isolierten Infraspinatus-Punkte.

Erneute Beurteilung und Verlaufskontrolle

  • Nutzen Sie denselben Griff ins Regal oder dieselbe Anziehaufgabe als persönliches Ziel. Halten Sie außerdem fest, wie oft Schmerz den Nachtschlaf unterbricht.
  • Vergleichen Sie Kraft und Schmerz bei Außenrotation getrennt. Ellenbogenstellung und Widerstand sollten dabei gleich bleiben.
  • Erfassen Sie aktive und passive Beweglichkeit jeweils für sich. Neues Nachgeben im Halteversuch, Muskelschwund oder zunehmende Schwäche erfordern eine erneute Beurteilung.
  • Verbessert sich die Funktion trotz angemessener aktiver Behandlung nicht, sollten Sehnenriss, Gelenksteife sowie Ursachen an Halswirbelsäule oder Nervus suprascapularis erneut bedacht werden. Wiederholte lokale Entspannung allein greift dann zu kurz.

Evidenz und Quellen

  1. Calvo-Lobo et al. Dry Needling on the Infraspinatus Latent and Active Myofascial Trigger Points in Older Adults With Nonspecific Shoulder Pain

    2018 · Randomisierte klinische Studie

    66 Erwachsene im Alter von mindestens 65 Jahren: eine Sitzung Dry Needling an aktiven und latenten Punkten im Vergleich zur Behandlung ausschließlich aktiver Punkte. Kurzfristige Unterschiede bei Schmerz und Druckschmerzschwelle, kein Vorteil bei der Handgreifkraft. Es gab weder eine Scheinbehandlungs- noch eine Übungskontrollgruppe.

  2. International Consensus on Diagnostic Criteria and Clinical Considerations of Myofascial Trigger Points: A Delphi Study

    2018 · Delphi-Expertenkonsens

    Konsensbasierte Untersuchungskriterien und Wiedererkennen bekannter Beschwerden. Weder ein diagnostischer Referenzstandard noch eine feste Karte der Schmerzausstrahlung wird damit begründet.

  3. Rotator Cuff Tendinopathy Diagnosis, Nonsurgical Medical Care, and Rehabilitation: A Clinical Practice Guideline

    2025 · Klinische Praxisleitlinie

    Erwachsene mit Verdacht auf Tendinopathie einschließlich Teilrissen. Die Behandlung vollständiger Sehnenrisse liegt außerhalb des Geltungsbereichs dieser Leitlinie.

  4. Neck Pain: Revision 2017

    2017 · Klinische Praxisleitlinie

    Einteilung von Nackenbeschwerden, neurologische orientierende Untersuchung, Messung der Beweglichkeit und multimodale Rehabilitation. Keine Behandlungsstudie speziell zum Levator scapulae.

  5. Approach to Musculoskeletal Examination

    2021 · Lehrbuch zur klinischen Untersuchung

    Untersuchungstechniken für Körperregionen. Allgemeine Befunde zu Bewegung und Kraft dienen nicht als diagnostische Tests für Triggerpunkte.

  6. Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Infraspinatus Muscle

    2023 · Referenz zur klinischen Anatomie

    Ursprung am Schulterblatt, Ansatz am Oberarmknochen, Versorgung durch den Nervus suprascapularis und Hinweise auf eine Nervenschädigung.

  7. The Diagnostic Accuracy of Special Tests for Rotator Cuff Tear: The ROW Cohort Study

    2017 · Diagnostische Kohortenstudie

    208 Menschen mit Schulterschmerz: Haltezeichen hatten für einen Riss der Rotatorenmanschette geringe Sensitivität und hohe Spezifität. Untersucht wurde die Rissdiagnostik, nicht Triggerpunktschmerz.

  8. Diagnostic Value of Clinical Tests for Infraspinatus Tendon Tears

    2019 · Diagnostische Studie

    91 zur Arthroskopie vorgesehene Patientinnen und Patienten. Die Auswahl einer chirurgischen Untersuchungspopulation begrenzt die Übertragbarkeit; zudem ließen sich Teilrisse nicht zuverlässig von vollständigen Rissen unterscheiden.

Begleitende Triggerpunkte