§ 01

Das Krankheitsbild verstehen

Die Achillessehnen-Tendinopathie zeigt sich durch belastungsabhängige Beschwerden, lokale Druckschmerzhaftigkeit über der Sehne und strukturelle Veränderungen im Sehnengewebe. Sie wird heute weniger als klassisch entzündlicher Prozess verstanden, sondern als gestörte Heilungsantwort auf wiederholte Mikrobelastung. Besonders Laufende und sportlich aktive Erwachsene sind betroffen; auch wenig aktive Menschen entwickeln das Bild. Die Abgrenzung zur Schmerzprojektion aus myofaszialen Triggerpunkten der Wadenmuskulatur ist klinisch anspruchsvoll — Behandlungsstrategien unterscheiden sich, und beide Bilder treten häufig parallel auf.

Achillessehnen-Tendinopathie und myofasziale Schmerzen hängen anatomisch und funktionell zusammen. Gastrocnemius und Soleus laufen zur Achillessehne zusammen; Verspannungen, Schwäche oder Triggerpunkte können die Lastverteilung verändern und die Sehne stärker belasten. Triggerpunkte im Soleus projizieren Beschwerden zudem direkt in die Ferse und an den Sehnenansatz und imitieren damit klinisch eine ansatznahe Tendinopathie. Bleibt diese muskuläre Mitkomponente unbehandelt, kann das zu einer unvollständigen Linderung beitragen.

Eine gute Behandlung steht und fällt mit der Frage: Behandeln wir hier eine veränderte Sehne, eine veränderte Muskulatur — oder beides?

Eine sorgfältige klinische Untersuchung steht im Mittelpunkt der Abgrenzung. Wichtig sind die Anamnese — etwa „Anlaufschmerz" zu Belastungsbeginn und das anschließende „Warmlaufen" — sowie gezielte Belastungstests wie das einbeinige Fersenheben und eine systematische Palpation. Ziel ist zu klären, ob die Beschwerden aus der Sehne selbst, aus muskulären Quellen oder aus einer Kombination stammen. In vielen Fällen ist ein zweigleisiges Vorgehen sinnvoll: ein strukturiertes Belastungsprogramm zur Wiederherstellung der Sehnenkapazität und manuelle Techniken für die myofasziale Mitkomponente.

Differential

Tendinopathy vs Myofascial Mimic

Achilles TendinopathyMyofascial Pain

Pain behavior

Load-dependent. Often "warms up" with activity, then returns and stiffens after rest.
May be more constant; aggravated by sustained postures and direct pressure on taut bands.

Pain location

Sharply localized to mid-portion (2–6 cm above heel) or insertion at the calcaneus.
Diffuse and referred — soleus and gastrocnemius trigger points project pain into the tendon zone.

Palpation finding

Tender, often thickened or nodular tendon. Royal London Hospital test reduces pain on dorsiflexion.
Taut bands and tender nodules in the calf belly that reproduce the patient's familiar Achilles pain.

First-line treatment

Progressive loading (heavy slow resistance, eccentric calf protocols).
Trigger point release, dry needling, soft tissue mobilization of the calf complex.
§ 02

Anatomie und myofasziale Mitfaktoren

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers; sie bildet den gemeinsamen Endabschnitt von Gastrocnemius und Soleus. Wer die Beziehung zwischen diesen Muskeln und der Sehne versteht, kann Beschwerden im hinteren Fersenbereich besser einordnen.

Key Muscles
Gastrocnemius (oberflächlicher Wadenmuskel)
Kniekehle, mittlere Wade, Achillessehne, Ferse

Der Gastrocnemius liegt oberflächlich, besitzt einen medialen und einen lateralen Kopf und überspannt Knie- und Sprunggelenk. Weil er zwei Gelenke kreuzt und überwiegend schnell zuckende Fasern enthält, reagiert er empfindlich auf Belastungssprünge. Vor allem im medialen Anteil lassen sich häufig myofasziale Triggerpunkte tasten. Sie können Beschwerden in die Wade, Richtung Achillessehne und gelegentlich ins Fußgewölbe projizieren.

Soleus (tiefer Wadenmuskel)
Ferse, Achillessehne, distale Wade, selten Iliosakralgelenk

Der Soleus liegt unter dem Gastrocnemius, arbeitet überwiegend ausdauerorientiert und ist wesentlich für Haltung und Gehen zuständig. Gemeinsam mit dem Gastrocnemius bildet er die Achillessehne. Triggerpunkte im Soleus werden häufig übersehen; ihr Ausstrahlungsmuster konzentriert sich oft direkt über der Sehne und ihrem Ansatz am Fersenbein und kann eine ansatznahe Tendinopathie sehr ähnlich nachahmen.

Tibialis posterior (tiefer Schienbeinmuskel)
Achillessehne, Innenknöchel, plantare Ferse

Als tiefster Muskel der hinteren Unterschenkelloge stabilisiert der Tibialis posterior das mediale Längsgewölbe. Funktionsstörungen oder myofasziale Spannungen können die Fußmechanik verändern, eine vermehrte Pronation begünstigen und die Achillessehne stärker exzentrisch belasten. Triggerpunkte können Beschwerden direkt in den Achillessehnenbereich projizieren und das diagnostische Bild verkomplizieren.

Peroneus (Fibularis) longus und brevis
Außenknöchel, seitliche Ferse, Fußaußenseite

Diese Muskeln der seitlichen Unterschenkelloge sind die wichtigsten Everter des Fußes und stabilisieren das Sprunggelenk dynamisch. Triggerpunkte in der peroneal-fibularen Muskulatur können Beschwerden in den Außenknöchel und die seitliche Ferse projizieren. Dieses Muster lässt sich klinisch leicht mit einer lateralen ansatznahen Tendinopathie oder mit Beschwerden des Nervus suralis verwechseln.

Flexor hallucis longus (FHL)
Hinterer Innenknöchel, Großzehe, plantares Fußgewölbe

Der FHL und seine Sehne verlaufen tief und etwas medial der Achillessehne. Eine Tendinopathie oder Tendovaginitis des FHL — bekannt als „Tänzerinnen-Sehnenreizung" — kann hinteren Sprunggelenksschmerz verursachen, der einer Mitteldrittel-Tendinopathie klinisch sehr ähnlich ist. Palpation und der Widerstandstest der Großzehenbeugung helfen bei der Abgrenzung; beide Beschwerdebilder können auch parallel bestehen.

Mögliche Quellen von Beschwerden im Achillessehnenbereich
Veränderungen der Sehne selbst

Beschwerden, die mit ungeordneter Kollagenstruktur, Neovaskularisation und veränderter neurochemischer Umgebung im Sehnengewebe in Verbindung gebracht werden — also einer Tendinopathie im engeren Sinn.

Myofasziale Ausstrahlung

Beschwerden, die aus aktiven Triggerpunkten in Gastrocnemius, Soleus oder anderen Muskeln der hinteren Unterschenkelloge projiziert werden und eine Tendinopathie imitieren können.

Nervenbeteiligung

Reizungen oder Engpässe des Nervus suralis oder Nervus tibialis können sich als Schmerz, Kribbeln oder Taubheit im hinteren Sprunggelenks- und Fersenbereich zeigen.

Biomechanische Mehrbelastung

Beschwerden, die durch ungünstige Krafteinwirkung auf die Sehne entstehen — etwa durch veränderte Fußmechanik (z. B. ausgeprägte Pronation), Trainingsfehler oder Defizite an anderer Stelle der Beinkette.

§ 03

Typische myofasziale Ausstrahlungsmuster

Myofasziale Triggerpunkte sind druckempfindliche Knötchen in Hartspannsträngen der Skelettmuskulatur. Werden sie aktiv, können sie Beschwerden in entferntere Regionen projizieren — in nachvollziehbaren Mustern. Für den Achillessehnenbereich sind vor allem Soleus und Gastrocnemius klinisch relevant.

Referral Patterns

Gastrocnemius

Triggerpunkte — insbesondere im medialen Bauch — projizieren Beschwerden typischerweise nach distal in die mittlere Wade und Richtung Achillessehne. Betroffene beschreiben das Gefühl häufig als krampfartig oder ziehend.

Soleus

Triggerpunkte des Soleus können einen tiefen, dumpfen Schmerz direkt in die Ferse und an den Achillessehnenansatz projizieren. Dieses Muster ähnelt einer ansatznahen Tendinopathie und kann als hauptsächliche Schmerzquelle in Erscheinung treten.

Tibialis posterior

Beschwerden aus Triggerpunkten des Tibialis posterior werden oft tief in der Wade empfunden. Sie können entlang der hinteren Innenseite des Sprunggelenks ziehen und sich über der Achillessehne sowie der plantaren Ferse konzentrieren.
§ 04

Klinische Selbsttests zur Orientierung

Die folgenden Tests helfen, Strukturen rund um das hintere Sprunggelenk systematisch einzuschätzen. Sie sollen Beschwerden kontrolliert provozieren, um zwischen Sehnenproblem und anderen Quellen zu unterscheiden. Führen Sie sie ruhig und im Rahmen Ihrer Schmerztoleranz durch.

Test · 01

Einbeiniges Fersenheben

Durchführung →
Stellen Sie sich auf ein Bein; Wand oder Stuhllehne dienen als Stütze. Heben Sie die Ferse langsam möglichst hoch vom Boden ab, halten Sie kurz und lassen Sie sie kontrolliert wieder absinken. Führen Sie bis zu 25 Wiederholungen aus oder bis Beschwerden auftreten. Achten Sie auf Bewegungsqualität, erreichte Höhe sowie Ort und Intensität eventueller Schmerzen.
Positiver Befund →
Reproduzierbare, lokal an der Achillessehne lokalisierte Beschwerden — vor allem in der absenkenden, exzentrischen Phase — können auf eine Tendinopathie hindeuten. Eine deutlich verminderte Hubhöhe im Seitenvergleich spricht für eine eingeschränkte Belastbarkeit der Sehne.
Test · 02

Painful-Arc-Zeichen am Fuß

Durchführung →
Setzen Sie sich, beugen Sie das Knie und entspannen Sie das Sprunggelenk. Tasten Sie die Achillessehne vorsichtig nach dem druckempfindlichsten Punkt oder einer knotigen Verdickung ab. Halten Sie den Finger auf diesem Punkt und führen Sie das Sprunggelenk langsam und passiv in Dorsal- und Plantarflexion. Beobachten Sie, ob der druckempfindliche Punkt mit der Sehne mitwandert.
Positiver Befund →
Wandert der druckempfindliche Bereich bei Dorsalflexion nach proximal und bei Plantarflexion nach distal, spricht das eher für eine Veränderung in der Sehne selbst. Bleibt der Punkt fixiert, während die Sehne darunter gleitet, kann das auf eine Beteiligung des Sehnengleitlagers (Paratenon) hindeuten.
Test · 03

Royal-London-Hospital-Test

Durchführung →
In entspannter Lage — etwa in Bauchlage mit über die Tischkante hängenden Füßen — tastet die untersuchende Person die Achillessehne nach dem druckempfindlichsten Punkt ab. Anschließend wird das Sprunggelenk maximal passiv dorsal flektiert und derselbe Punkt erneut palpiert, während die Sehne unter Spannung steht.
Positiver Befund →
Nimmt die Druckschmerzhaftigkeit unter Sehnenspannung deutlich ab oder verschwindet sie, gilt das als Hinweis auf eine Tendinopathie der Achillessehne. Bleibt der Schmerz unverändert, können andere Strukturen mitbeteiligt sein.
Test · 04

Palpation auf Sehnenverdickung

Durchführung →
Greifen Sie die Achillessehne im mittleren Drittel — etwa 2 bis 6 cm oberhalb des Fersenbeins — vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger. Vergleichen Sie Dicke, Konsistenz und Druckempfindlichkeit mit derselben Stelle der nicht betroffenen Seite.
Positiver Befund →
Eine umschriebene Verdickung, Knötchenbildung oder spindelförmige Schwellung der Sehne, die druckschmerzhaft ist, gilt als typisches klinisches Zeichen einer Mitteldrittel-Tendinopathie.
Test · 05

Palpation der Wadenmuskulatur

Durchführung →
Tasten Sie in entspannter Position systematisch Gastrocnemius und den darunter liegenden Soleus ab. Üben Sie mit Daumen oder Finger einen festen, gleichmäßigen Druck aus und suchen Sie gezielt nach Hartspannsträngen mit besonders druckempfindlichen Knötchen. Achten Sie darauf, ob der Druck Ihre vertrauten Beschwerden im Achillessehnen- oder Fersenbereich reproduziert.
Positiver Befund →
Reproduziert die Palpation eines Triggerpunkts in der Wade Ihre vertraute Hauptbeschwerde, spricht das für eine relevante myofasziale Mitkomponente — als eigenständige Quelle oder als Begleitfaktor.
§ 05

Evidenzbasierte Behandlungspfade

Eine zeitgemäße Behandlung der Achillessehnen-Tendinopathie ist auf eine schrittweise Belastungsanpassung ausgerichtet. Ziel ist, das Sehnengewebe zu einem geordneten Umbau anzuregen und seine Belastbarkeit zu steigern. Begleitende Maßnahmen können bei der Schmerzmodulation und bei myofaszialen Mitkomponenten unterstützen.

Behandlungsweg · 01

Rehabilitation

  • Progressives Sehnen-Belastungstraining (zentraler Baustein)
  • Heavy-Slow-Resistance-Programme (langsames, schweres Krafttraining)
  • Exzentrisches Training (z. B. Alfredson-Protokoll)
  • Isometrische Belastung zur Schmerzmodulation
  • Biomechanische Beurteilung und Korrektur (z. B. Einlagen)
  • Stabilisierung der Beinkette (Hüfte und Rumpf)
Behandlungsweg · 02

Manuelle Therapie

  • Weichteiltechniken für Gastrocnemius und Soleus
  • Dry Needling der Wadenmuskulatur
  • Instrumentengestützte Weichteilmobilisation (IASTM)
  • Gelenkmobilisation an Sprung-, Subtalar- und Mittelfußgelenk
  • Querfriktion über der Sehne (zurückhaltend einsetzen)
Behandlungsweg · 03

Selbstfürsorge

  • Aktivitätsanpassung und Belastungssteuerung
  • Schmerzbeobachtung während und nach Belastung
  • Geeignetes Schuhwerk mit ausreichender Dämpfung und Stabilität
  • Fersenkeil zur kurzfristigen Entlastung der Sehne
  • Aggressives statisches Dehnen der schmerzhaften Sehne vermeiden
  • Sanftes Faszienrollen oder Ausstreichen der Wadenmuskulatur
Behandlungsweg · 04

Injektionsverfahren

  • Diagnostische muskuloskelettale Sonografie
  • Sonografisch geführte peritendinöse Injektionen (z. B. Hochvolumeninjektion)
  • Plättchenreiches Plasma (PRP) — Studienlage uneinheitlich
  • Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)
  • Chirurgische Vorstellung bei refraktären Verläufen (z. B. Débridement)
  • Kortikosteroidinjektionen werden wegen des Rupturrisikos in der Regel vermieden.
§ 06

Warnsignale

Die meisten Beschwerden im Achillessehnenbereich sind mechanisch bedingt und sprechen auf konservative Maßnahmen an. Bestimmte Zeichen können jedoch auf ernsthaftere Ursachen wie eine Sehnenruptur oder eine tiefe Beinvenenthrombose hindeuten. Das frühe Erkennen dieser Warnzeichen ist entscheidend für eine zeitgerechte Versorgung.

Wichtige klinische Erkenntnisse
  1. Achillesschmerz ist ein Symptom, keine Diagnose: Die Quelle kann die Sehne selbst (Tendinopathie), die umgebende Muskulatur (myofasziale Schmerzen) oder beides sein.

  2. Charakteristisch für eine Tendinopathie ist ein belastungsabhängiger Schmerz, der sich häufig „warmläuft" und später wiederkehrt. Myofasziale Beschwerden können konstanter sein und gehen oft mit Steifigkeit einher.

  3. Triggerpunkte in Soleus und Gastrocnemius können Beschwerden in den Achillessehnenbereich projizieren und gleichzeitig die mechanische Belastung der Sehne erhöhen — daraus kann ein sich selbst verstärkender Kreislauf entstehen.

  4. Die Unterscheidung zwischen Mitteldrittel- und ansatznaher Tendinopathie ist klinisch relevant, weil bei der ansatznahen Form eine Belastung in maximaler Dorsalflexion vermieden wird.

  5. Zentraler Baustein der evidenzbasierten Behandlung ist ein progressives Belastungsprogramm; rein passive Maßnahmen reichen meist nicht aus.

  6. Ein plötzliches „Knallen" in der Wade mit anschließender Schwäche ist ein Notfall und erfordert eine umgehende Abklärung zum Ausschluss einer Sehnenruptur.

  7. Die Diagnose ist primär klinisch; eine Bildgebung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Die Sonografie kann den Befund bestätigen und in komplexen Fällen andere Ursachen ausschließen helfen.

Bewegungstherapie

Übungen bei Achillessehnen-Tendinopathie

Diese evidenzbasierten Übungen sprechen Muskeln und Bewegungsmuster an, die für dieses Beschwerdebild am relevantesten sind. Beginnen Sie mit zwei bis drei Übungen und steigern Sie die Belastung schrittweise nach Verträglichkeit.

Exzentrisches Wadenabsenken nach Alfredson

Exzentrisches Wadenabsenken nach Alfredson

Diese Übung bringt eine kontrollierte, hochintensive exzentrische (verlängernde) Last auf die Achillessehne und die Wadenmuskulatur. Diese spezifische Belastungsform soll den Sehnenumbau anregen, die Kollagenbildung fördern und mit einer Tendinopathie verbundene Schmerzen verringern.

3 Sätze à 15 Wiederholungen mit gestrecktem Knie und 3 Sätze à 15 Wiederholungen mit gebeugtem Knie auf der betroffenen Seite, 2-mal täglich→ Übung starten →
Wadendehnung Gastrocnemius

Wadendehnung Gastrocnemius

Die Gastrocnemius-Dehnung verlängert die oberflächliche hintere Wadenmuskulatur und verringert so die passive Spannung auf die Achillessehne. Indem die normale Dorsalflexion des Sprunggelenks wiederhergestellt wird, hilft sie, ungünstige mechanische Lasten auf die Sehne während des Gangzyklus zu verringern.

3 Sätze à 30–45 Sekunden pro Seite, 2- bis 3-mal täglich→ Übung starten →
Isometrisches Wadenhalten in Mittelstellung

Isometrisches Wadenhalten in Mittelstellung

Das isometrische Wadenhalten in Mittelstellung bringt eine anhaltende mechanische Belastung auf Achillessehne und Wadenmuskulatur, ohne die hohen Zug- und Scherkräfte einer dynamischen Bewegung. Diese kontrollierte Belastung kann im tendinopathischen Gewebe analgetisch wirken und soll die Kollagensynthese sowie die motorische Rekrutierung anregen.

5 Sätze à 45 Sekunden Halten, 2 Minuten Pause zwischen den Sätzen, täglich→ Übung starten →
Schwere sitzende Wadenheber für den Soleus

Schwere sitzende Wadenheber für den Soleus

Sitzende Wadenheber sprechen bevorzugt den Musculus soleus an, weil der Musculus gastrocnemius durch die Kniebeugung in eine verkürzte und mechanisch ungünstige Position gebracht wird. Diese isolierte schwere Belastung soll die Kollagensynthese anregen und die Belastbarkeit der Achillessehne verbessern, mit dem Ziel, eine Tendinopathie gezielt zu behandeln.

3 Sätze à 6–8 Wiederholungen mit schwerer Last, 3 Tage pro Woche→ Übung starten →
Soleus-Dehnung

Soleus-Dehnung

Diese Dehnung isoliert den tiefer liegenden Wadenmuskel: Indem das Knie gebeugt wird, ist der zweigelenkige Gastrocnemius außer Spannung. Eine bessere Dehnbarkeit des Soleus erhöht die Dorsalextension im Sprunggelenk, was während der Standphase beim Gehen die ungünstigen Zugkräfte auf die Achillessehne und den medialen Schienbeinrand reduziert.

3 Sätze à 30–45 Sekunden Halten, beide Seiten, 1- bis 2-mal täglich→ Übung starten →